Jesus Christ Superstar

Rockoper von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice über die letzten sieben Tage im Leben Jesu

MusikAndrew Lloyd Webber
Buch und TextTim Rice
Original TitelJesus Christ Superstar
VorlagePassionsgeschichte und Erzbischof Fulton J. Sheens Sachbuch ›The Life of Christ‹ (1954)
Uraufführung Am 12. Oktober 1971 im Mark Hellinger Theatre in New York City (USA)
Deutsche Erstaufführung Am 18. Februar 1972 in der Münsterlandhalle, Münster
West-End-Premiere Am 9. August 1972 im Palace Theatre am Londoner Westend, London (UK)
Österreichische Erstaufführung 1981 im Theater an der Wien, Wien (AT)
Deutsche ÜbersetzungAnja Hauptmann
Verlag Musik und Bühne Verlagsgesellschaft mbH

Produktionen

Handlung

Das Rock-Musical ‚Jesus Christ Superstar‘ erzählt von den letzten Tagen Jesu in Jerusalem und dem Zusammensein mit seinen Jüngern. Der Einfluss des Predigers und seiner Anhänger stört die jüdische Priesterschaft. Der Hohepriester Kaiphas und seine rechte Hand, Hannas, überlegen, wie sie den Kritiker loswerden könnten.

Jesus spaltet auch seine Jünger. Die einen genießen das Zusammenleben mit „dem Meister“ und preisen ihn verklärend mit „Hosiannah!“, Simon, der Zelot, dagegen erwartet von dem Sohn Gottes, dass er die Seinen von den Römern befreit – den irdischen Anbruch des Reiches Gottes. Während Jesus, zum Teil widerwillig, Wunderheilungen vollbringt und Kaufleute aus dem Tempel verjagt, geht Judas die Veränderung der Welt, von der Jesus predigt, nicht schnell genug.

So ist die Stimmung zwischen beiden Männern ohnehin schon angespannt, als Maria Magdalena sich der Gruppe um Jesus anschließt. Maria Magdalena ist ganz irritiert wegen der Gefühle, die Jesus in ihr auslöst. Liebe ist ihr neu – bisher hat sie die Vorlieben der Männer einfach befriedigt. Jesus genießt Maria Magdalenas Aufmerksamkeiten, während Judas ihn kritisiert, dass er sich von einer wie der  – einer Prostituierten – berühren lässt. Es kommt zum Streit, weil Jesus Maria Magdalena in Schutz nimmt. Die anderen Jünger versuchen, Jesus zu beruhigen und feiern das Mahl mit ihm.

Judas indes glaubt, er müsse Jesus nur zum Handeln zwingen, indem er ihn in Bedrängnis bringt. Dann werde er sich schon als Gottes Sohn offenbaren. Beim Abschiedsmahl mit den Jüngern prophezeit Jesus den bevorstehenden Verrat und belächelt die Versicherungen seiner Jünger, die schwören, nie gegen ihn zu sein. Er weiß um die Schwäche der Menschen, fühlt er doch gerade selbst die Angst vor dem Leid, das ihn erwartet. Im Garten Gethsemane wacht Jesus, während seine Jünger schlafen. In einem Zwiegespräch hadert er mit Gott: Jesus hat den Glauben an seine Aufgabe verloren und sieht nicht ein, dass er den Tod erleiden soll.

Währenddessen verrät Judas dem jüdischen Rat, wo dieser Jesus finden kann und folgt den Wachen, um Jesu Reaktion zu erleben. Mit Verachtung sieht er zu, wie der Sohn Gottes sich wie ein gewöhnlicher, schwacher Mensch abführen lässt, anstatt Feuer und Blitz zu seiner Unterstützung herbeizurufen. Der jüdische Rat hat Pontius Pilatus, den römischen Stadthalter von Jerusalem, gebeten, Jesus abzuurteilen. Dieser zögert, hat er doch in der Nacht geträumt, wie ein Galiläer geschlagen wurde, während man ihm die Schuld an seinem Tod gab. Nachdem König Herodes es jedoch ablehnt, Jesus zu verurteilen, steht Jesus erneut vor Pilatus. Unsicher fragt er die Masse, was er tun soll und wendet so die Verantwortung für sein Tun von sich ab. Auf Verlangen des Pöbels lässt er Jesus geißeln und schließlich als Landesverräter kreuzigen.

Judas begreift, dass er das Werkzeug eines göttlichen Planes war, als er Jesus verriet und begeht Selbstmord.

Historie

  • Grundlage: Tom O’Horgan verfasste das Script zu ‚Jesus Christ Superstar‘ nach Erzbischof Fulton J. Sheens Sachbuch ‚The Life of Christ‘ (1954). Den Inhalt bildet die biblische Passionsgeschichte der letzten sieben Tage im Leben Jesu
  • 1970: Erste Version auf Schallplatte mit Ian Gillan als ‚Jesus‘ (Sänger von Deep Purple), Murray Head als ‚Judas‘ und Yvonne Elliman als ‚Maria Magdalena‘
  • 12. Oktober 1971: Uraufführung der Rockoper ‚Jesus Christ Superstar‘ mit Jeff Fenholt als ‚Jesus‘, Ben Vereen als ‚Judas‘ und Yvonne Elliman als ‚Maria Magdalena‘ im Mark Hellinger Theatre in New York City (USA)
  • 18. Februar 1972: Deutschsprachige Erstaufführung in der Übersetzung von Anja Hauptmann mit Reiner Schöne als ‚Jesus‘ in der Münsterlandhalle, Münster
  • 9. August 1972: Premiere im Palace Theatre am Londoner Westend, London (UK)
  • 1973: Verfilmung von Norman Jewinson mit Ted Neeley als ‚Jesus‘, Carl Anderson als ‚Judas Ischarioth‘, Yvonne Elliman als ‚Maria Magdalena‘
  • 23. November 1977: Revival im Longacre Theatre in New York City (USA)
  • 1981: Österreichische Erstaufführung in englischer Sprache im Theater an der Wien mit Alexander Goebel
  • 1990: Deutsche Freilichterstaufführung in Schwäbisch Hall mit Uwe Kröger als ‚Jesus‘; (das Stück wurde dort auch 1991, 2001, 2002 aufgeführt)
  • 1990: Neuveröffentlichung der ersten Schallplattenaufnahme von 1970, jetzt auf CD
  • 19. November 1996: Revival im Lyceum Theatre am Londoner Westend mit Steve Balsamo als ‚Jesus‘, davon wurde eine CD veröffentlicht
  • 2000: Verfilmung von Nick Morrisder mit Glenn Carter als ‚Jesus‘, Jerôme Pradon als ‚Judas‘, Rik Mayall als ‚König Herodes‘, Tony Vincent als ‚Simon‘, gedreht wurde an den Originalschauplätzen in Israel und Palästina
  • 14. Januar 2000: Tourneeproduktion im Colosseum Theater in Essen, basierend auf der Inszenierung von Gale Edwards aus dem Jahre 1996, dem 25-jährigen Revival in London
  • 16. April 2000: Revival im Ford Center for the Performing Arts in New York City (USA) mit Glenn Carter als ‚Jesus‘ (sein Broadway-Debüt), Tony Vincent als ‚Judas‘ und Maya Days als ‚Maria Magdalena‘
  • 2001: Freilichtspiele Tecklenburg mit Sascha Krebs als ‚Jesus‘, Alex Melcher als ‚Judas‘
  • 2002 – 2004: Bad Hersfelder Festspiele in der Stiftsruine mit Yngve Gasoy Romdal als ‚Jesus‘, Nigel David Casey als ‚Judas‘ und Anna Montanaro als ‚Maria Magdalena‘, davon wurde 2003 auch eine CD veröffentlicht
  • 2003: Konzertante Aufführung in der Remscheider Versöhnungskirche mit Alex Melcher als ‚Jesus‘, David-Michael Johnson (DMJ) als ‚Judas‘ und Nicole Berendsen als ‚Maria Magdalena‘
  • 2004: Premiere der deutschsprachigen Fassung von Anja Hauptmann auf der Felsenbühne Staatz mit Hannes Wiesinger als ‚Jesus‘, Armin Rostami als ‚Judas‘, Elisabeth Sikora als ‚Maria Magdalena‘, Werner Auer als ‚Pilatus‘, Andreas Kammerzelt als ‚Kaiaphas‘, Reinhard Hirtl als ‚Annas‘, Sascha Neubauer als ‚Herodes‘; hierzu erschien auch eine Cast-CD
  • 2004: Konzertante Tourproduktion unter der musikalischen Leitung von Bernd Steixner mit Jesper Tydén als ‚Jesus‘, Alex Melcher als ‚Judas‘, Ann Christin Elverum als ‚Maria Magdalena‘
  • 2005: DomStufen-Festspiele in Erfurt unter Regie von Mei Hong Lin, mit Chris Murray als ‚Jesus‘, Darius Merstein-MacLeod als ‚Judas‘, Petra Madita Kübitz als ‚Maria Magdalena‘, John Wiseman als ‚Pontius Pilatus‘, Michael Leibundgut als ‚Kaiphas‘, Henrik Wager als ‚Petrus‘, Jör Rathmann als ‚Annas‘, Samuel Schürmann als ‚Herodes‘
  • Seit 2005: Jährliche konzertante Aufführungen der Vereinigten Bühnen Wien zu Ostern, aus dem Jahr 2005 wurde eine CD mit Drew Sarich als ‚Jesus‘, Serkan Kaya als ‚Judas‘, Claudia Stangl als ‚Maria Magdalena‘ veröffentlicht
  • September 2006: ‚Matthäuspassion mit E-Gitarre‘ im Essener Aalto Theater mit Henrik Wager als ‚Jesus‘, Serkan Kaya als ‚Judas‘
  • 2007: Theater Ingolstadt unter Regie von Pierre Wyss mit Peter Reisser als ‚Jesus‘, Alexander di Capri / Martin Werth als ‚Judas‘, Eva Rodekirchen als ‚Maria Magdalena‘
  • 12. Januar 2008: englischsprachige Version am Staatstheater Kassel unter Regie von Thomas Dietrich, mit Patrick Stanke als ‚Jesus‘, Darius Merstein-MacLeod als ‚Judas‘, Jacqueline Braun als ‚Maria Magdalena‘, Lars Rühl als ‚Pontius Pilatus‘, Kai Hüsgen als ‚Simon Zealotes‘, Dieter Hönig als ‚Kaiphas‘, Ulrich Wewelsiep als ‚Herodes‘, Sven Olaf Denkinger als ‚Simon Petrus‘
  • 21. März 2008: englischsprachige Premiere mit deutschen Obertiteln im Opernhaus Magdeburg unter Regie von Matthias Brenner, mit  Patrick Stanke als ‚Jesus‘, Oliver Polenz als ‚Judas Ischariot‘, Tabea Scholz als ‚Maria Magdalena‘, Roland Fenes als ‚Pontius Pilatus‘, Manfred Wulfert als ‚Herodes‘, Patrick Schenk als ‚Petrus‘, Josik Čuljak als ‚Simon Zelotes‘, Nikolaus Meer als ‚Kaiphas‘, Michael Mohr als ‚Annas‘
  • 21. März 2009: englischsprachige Premiere im Staatstheater Darmstadt unter Regie von Mei Hong Lin mit Chris Murray als ‚Jesus‘, Oliver Fobe als ‚Judas Ischariot‘, Sigrid Brandstetter als ‚Maria Magdalena‘, David Pichlmaier als ‚Pontius Pilatus‘, Oleksandr Prytolyuk als ‚Herodes‘, Thomas Mehnert als ‚Kaiphas‘, Jeffrey Treganza als ‚Annas‘, Markus Durst als ‚Petrus‘, Lucian Krasznec als ‚Simon Zelotes‘
  • 9.-11. April 2009: Konzertante Osteraufführungen in englischer Sprache im MuseumsQuartier, Halle E, Wien (A) unter der Regie von Dennis Kozeluh, der auch den ‚Kaiphas‘ spielte, Lucius Wolter als ‚Jesus‘, Serkan Kaya als ‚Judas‘, Sandra Pires als ‚Maria Magdalena‘ und André Bauer als ‚Pilatus‘
  • 21.-24. April 2011: Konzertante Osteraufführungen im Ronacher, Wien (A), unter Regie von Dennis Kozeluh, mit Drew Sarich als ‚Jesus‘, Mischa Mang als ‚Judas‘, Caroline Vasicek als ‚Maria Magdalena‘, Rob Fowler als ‚Simon Zelotes / Annas‘, Norbert Kohler als ‚Simon Petrus‘, Andreas Lichtenberger als ‚Herodes‘, Alexander di Capri als ‚Pontius Pilatus‘
  • 25. Juni 2011: Premiere bei den Volksschauspielen Ötigheim unter der Regie von Manfred Straube, mit Michael Eisenburger/Holger Marks als ‚Jesus‘, Hannes Staffler/Stefan Vinzberg als ‚Judas‘ und Nadine Hammer/Christina Gailfuß/Saskia Stößer als ‚Maria Magdalena‘
  • 7. Juli 2011: Premiere bei den Festspielen Röttingen unter der Regie von Reinwald Kranner, mit Raimund Stangl als ‚Jesus‘, Sascha Oliver Bauer als ‚Judas‘, Barbara Endl als ‚Maria Magdalena‘ und Georg M. Leskovich als ‚Pontius Pilatus‘
  • 29. Juli 2011: Freilichtspiele Tecklenburg unter Regie von Marc Clear, mit Patrick Stanke als ‚Jesus‘, Mischa Mang als ‚Judas‘, Femke Soetenga als ‚Maria Magdalena‘, Marc Clear als ‚Pontius Pilatus‘ und Adrian Beckerals ‚Herodes‘
  • 27. Oktober 2012: Premiere im Stadttheater Bremerhaven unter Regie von Dirk Böhling, mit Martin Markert als ‚Jesus von Nazareth‘, David Jakobs als ‚Judas‘ und Franziska Krötenheerdt / Svetlana Smolentseva als ‚Maria Magdalena‘

Musiktitel

1. Akt
Overture (Ouvertüre)(Instrumental)
Heaven on Their Minds (Weil sie ach so heilig sind)Judas
What's the Buzz? (Was ist los?)Apostel, Jesus, Maria
Strange Thing, Mystifying (Für mich bleibt's ein Rätsel)Judas, Jesus, Apostel
Then We Are DecidedKaiaphas, Annas(Nur im Film)
Everything's Alright (Alles wird gut sein)Maria, Frauen, Judas, Jesus, Apostel
This Jesus Must Die (Der Jesus muss weg)Annas, Kaiaphas, Volk, Priester
Hosanna (Hosanna)Volk, Kaiaphas, Jesus
Simon Zealotes (Simon Zealotes)Volk, Simon
Poor Jerusalem (Armes Jerusalem)Jesus
Pilate’s Dream (Pilatus' Traum)Pilatus
The Temple (Der Tempel)Chor, Jesus
Everything’s Alright – Reprise (Alles wird gut sein - Reprise)Maria, Jesus
I Don't Know How to Love Him (Wie soll ich ihn nur lieben)Maria
Damned for All Time (Verdammt für alle Zeit)Judas
Blood Money (Blutgeld)Annas, Kaiaphas, Judas, Chor
2. Akt
The Last Supper (Das letzte Abendmahl)Apostel, Jesus, Judas
Gethsemane (Gethsemane)Jesus
The Arrest (Die Verhaftung)Judas, Jesus, Chor, Annas, Kaiaphas
Peter's Denial (Petrus verleugnet Jesus)Mädchen am Feuer, Petrus, Soldat, Alter Mann, Maria
Pilate and Christ (Pilatus und Christus)Pilatus, Soldat, Jesus
Hosanna - Reprise (Hosanna - Reprise)Chor
Herod's Song (Herodes' Song)Herodes
Could We Start Again, Please (Lass uns neu beginnen)Maria, Apostel, Petrus(Nicht auf der Originalaufnahme)
Judas' Death (Tod des Judas)Judas, Annas, Kaiaphas, Chor
Trial Before Pilate / 39 Lashes (Pilatus' Verhör / 39 Peitschenhiebe)Pilatus, Kaiaphas, Annas, Jesus, Chor
Superstar (Superstar)Judas, Chor
Crucifixion (Kreuzigung)Jesus
John Nineteen: Forty-One (Johannes 19,41)(Instrumental)
Fehler melden

Fehlerbeschreibung
Bitte geben Sie wenn möglich einen Link mit einer Quelle für die korrekte Information an

Quelle / Beleg
Bitte geben Sie – wenn möglich – einen Link mit einer Quelle oder einem Beleg für die korrekte Information an

Ihr Name

Ihre E-Mail-Adresse
Für Rückfragen – Sie erhalten keine Werbung

Bitte geben Sie den Text aus dem Bild ein
captcha

unitedmusicals.de