Show Boat

Das »Ol'-Man-River«-Musical

MusikJerome Kern
Buch & LiedtextOscar Hammerstein II
Original TitelShow Boat
VorlageEdna Ferbers Roman »Show Boat« (1926)
Uraufführung Am 27. Dezember 1927 im Ziegfeld Theatre in New York (USA) unter Regie von Oscar Hammerstein II.
West-End-Premiere Am 3. Mai 1928 im Theatre Royal, London (UK) unter Regie von Felix Edward
Französische Erstaufführung 1929 im Théâtre du Châtelet, Paris (F) unter dem Titel ‚Mississippi‘ in der französischen Fassung von Alexandre Fontanes
Deutschsprachige Erstaufführung & Deutsche Erstaufführung Am 31. Oktober 1970 an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau unter Regie von Hannes Houska, in der Fassung von Janne Furch
Österreichische Erstaufführung Am 1. März 1971 an der Volksoper Wien (AT) in der eng an das Original angelehnten deutschen Fassung von Marcel Prawy
Deutsche ÜbersetzungFrank Thannhäuser
Verlag R&H Theatricals Europe

Produktionen

Handlung

Akt 1

Das „Show Boat“, der Musikdampfer Cotton Blossom, hat gerade in New Orleans am Mississippi angelegt. Magnolia Hawks, die Tochter von Cap’n Andy und eine begabte Sängerin, lernt hier den charmanten Zocker Gaylord Ravenalkennen und die beiden verlieben sich ineinander.

Während der Vorstellung der Truppe am Pier gerät Hauptdarsteller Steve Baker in Streit mit dem groben Heizer Pete, und dieser droht, bevor er verschwindet, ein dunkles Geheimnis von Steve und seiner Frau Julie LaVerne, dem Star der Show, zu verraten. Während einer Probe erscheint er mit dem Sheriff, der das Paar einer verbotenen Mischehe zwischen einem Weißen und einer Afro-Amerikanerin überführen will. Zur Rettung behauptet Steve, er habe selbst „schwarzes Blut“ in sich. Dennoch ist es das Ende ihres Engagements auf dem Show Boat, da nur weiße Darsteller in dieser Zeit der Rassendiskriminierung, als Schauspieler arbeiten dürfen.

Magnolia springt für Julie ein und hat Erfolg, vor allem, als Gaylord zurückkehrt, anheuert und als neuer Hauptdarsteller an ihrer Seite spielt, obwohl er keinerlei Theater-Erfahrung hat. Magnolia heiratet Gaylord sogar gegen den Willen ihrer Mutter, die noch versucht, die Hochzeit zu verhindern, weil sie herausgefunden hat, dass Gaylord Ravenal unter Mordverdacht stand.  Da er jedoch freigesprochen wurde, sieht Magnolias Vater keinen Hinderungsgrund für die Ehe.

Akt 2

Ein Jahr später wird die gemeinsame Tochter Kim geboren. Magnolia geht schweren Herzens mit ihrem Mann nach Chicago, wo sie von Gaylords Spielglück leben — zuerst in Reichtum, später in Armut. Gaylord erträgt nicht, dass er seine Familie nicht ernähren kann und verlässt Magnolia und das Kind.

Als ihr droht, die letzte Bleibe zu verlieren, trifft sie auf die ehemaligen Künstlerkollegen Frank & Elli, das komödiantische Paar auf dem Show Boat, die ihr die Chance verschaffen, im Club Trocadero, einem exklusiven Nachtclub, vorzusingen. Julie, die im Trocadero arbeitet, der es aber seit ihrem Abschied von Steve nicht gut geht, hört Magnolia singen. Sie kündigt dem Besitzer, und dank ihres Opfers, wird Magnolia angestellt. Sie hat es anfangs nicht leicht, doch als eines Abends Cap’n Andy in der Stadt ist, singt sie die traurige Ballade „After the Ball“ und rührt das Publikum zu Tränen. Sie wird ein internationaler Star.

Mit der Zeit tritt Kim in die Fußstapfen ihrer Mutter und hat als junge Schauspielerin ihr Debüt am Broadway. Gaylord Ravenal sucht ihre Nähe, sie erkennt ihn wieder und bringt Magnolia mit Gaylord zusammen, die ihm verzeiht, da sie ihn nie vergessen konnte.

Historie

  • Grundlage: Edna Ferbers Roman ‚Show Boat‘ (1926), von dem Jerome Kern beeindruckt war und seinen Partner Oscar Hammerstein II 1927 bat, es für die Bühne zu adaptieren, und den großen Florence Ziegfeld, es zu produzieren — unerhört für ein Comedy Musical mit seinen Themen Rassismus, Ehekrach und Alkoholismus
  • 15. bis 19. Dezember 1927: Voraufführungen auf einer Tryout-Tournee
  • 27. Dezember 1927: Uraufführung des Musicals ‚Show Boat‘ von Jerome Kern & Oscar Hammerstein II im Ziegfeld Theatre in New York (USA) unter Regie von Oscar Hammerstein II, mit Norma Terris als ‚Magnolia Hawks‘, Howard Marsh als ‚Gaylord Ravenal‘, Helen Morgan als ‚Julie LaVerne‘, Jules Bledsoe als ‚Joe‘ (obwohl die Rolle und das Lied O’l Man River für Paul Robeson geschrieben war, der aber erst in London und den USA-Revivals spielen konnte), Charles Winninger als ‚Cap’n Andy Hawks‘, Edna May Oliver als ‚Parthy Ann Hawks‘ und Tess Gardella als ‚Queenie‘
  • 3. Mai 1928: Erstaufführung am Londoner West End im Theatre Royal unter Regie von Felix Edward, mit Edith Day als ‚Magnolia Hawks‘, Paul Robeson as ‚Joe‘ und Alberta Hunter als ‚Queenie‘; hierzu erschien das Original London Cast Album
  • 1929: Erstaufführung im australischen Melbourne und danach im Her Majestys in Sidney
  • 1929: Erstaufführung in Paris unter dem Titel ‚Mississippi‘ in der französischen Fassung von Alexandre Fontanes im Théâtre du Châtelet
  • nach Schließung des Ziegfeld Theatres, ab 6. Mai 1929: Tournee durch die USA, in denen Irene Dunne als ‚Magnolia Hawks‘, Hattie McDaniel als ‚Queenie‘ und u. a. 1933 auch Allan Jones als ‚Gaylord Ravenal‘ zu sehen waren
  • 19. Mai 1932: Broadway-Revival durch Florenz Ziegfeld am Casino Theatre mit vielen der Originalcast, aber Dennis King als ‚Gaylord Ravenal‘ und jetzt auch Paul Robeson als ‚Joe‘, die nach 181 Vorstellungen noch bis 1933 auf Tournee ging
  • 1936: Erste Verfilmung des Musicals von Universal unter Regie von James Whale, mit Irene Dunne als ‚Magnolia Hawks‘, Allan Jones als ‚Gaylord Ravenal‘, Helen Morgan als ‚Julie LaVerne‘, Paul Robeson als ‚Joe‘, Hattie McDaniel als ‚Queenie‘; Kern & Hammerstein II schrieben extra das Liebesduett I Have the Room Above Herfür Magnolia und Gaylord
  • 5. Januar 1946: Überarbeitete Fassung des Musicals (Jerome Kern war im November 1945 gestorben), wiederum im Ziegfeld Theatre in New York (USA): Die Terminologie bezüglich der Farbigen war der Zeit angepasst worden und das Stück zugunsten zügiger Umbauten gerafft worden; Kenneth Spencer war als ‚Joe‘ zu hören; hierzu erschien die erste amerikanische Revival-Aufnahme, die den letzen Song Jerome Kerns, den dieser für das Revival geschrieben hat, enthält: Nobody Else But Me (ein Lied der Kim); hierzu gab es1952 das Studio Album mit der Revival-Besetzung
  • Weitere Revivals: 1948 und 1954 im New York City Center, 1983 im The Uris Theatre
  • Weitere Revivals ohne Ziegfeld gab es 1966 im New York State Theater durch „The Music Theater of Lincoln Center Company“ und 1983 im Kennedy Center, Washington, D.C., mit Mickey Rooney als ‚Cap’n Andy‘
  • 1951: Verfilmung durch MGM mit Kathryn Grayson als ‚Magnolia Hawks‘, Howard Keel als ‚Gaylord Ravenal‘ und Ava Gardner als ‚Julie LaVerne‘; zu der es auch einen Soundtrack gab
  • 31. Oktober 1970: Deutschsprachige Erstaufführung an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau unter Regie von Hannes Houska, in der Fassung von Janne Furch
  • 1. März 1971: Österreichische Erstaufführung an der Wiener Volksoper in der eng an das Original angelehnten deutschen Fassung von Marcel Prawy
  • Juli 1971: West End Revival im Adelphi Theatre unter Regie von Wendy Toye, das 909 Aufführungen hatte
  • 1985: Premiere am Staatstheater Darmstadt in der deutschen Fassung von Janne Furch
  • 1986: Japanische Erstaufführung durch das Takarazuka-Ensemble in Tokio
  • 30. Mai 1987: Premiere am Landestheater Coburg in der deutschen Fassung von Janne Furch
  • 1988: Veröffentlichung des Albums mit der rekonstruierten Orginalfassung durch und unter musikalischer Leitung von John McGlinn mit dem London Sinfetta, mit Frederica von Stade als ‚Magnolia Hawks‘, Jerry Hadley als ‚Gaylord Ravenal‘, Teresa Strata als ‚Julie‘, Karla Burns als ‚Queenie‘
  • 1989: Wichtiges Revival im Paper Mill Playhouse of Millburn in New Jersey (USA), da man sich auf die Fahnen schrieb, die ursprünglichen Intentionen der ‚Show Boat‘-Autoren wiederaufleben zu lassen: Musiknummern, die für die gestraffte Bühnenfassung von 1946 gestrichen worden waren, wurden wiederbelebt; unter Regie von Robert Johanson wurde die Produktion aufgezeichnet und von Public Broadcasting Service ausgestrahlt
  • 1994: Revialproduktion im George Gershwin Theatre am Broadway (USA) durch und unter Regie von Harold Prince, der auf der Grundlage der rekonstruierten Orginalfassung von John McGlinn Lieder strich und andere einbaute oder ihnen eine andere Funktion zuwies: so dem Duett Why Do I Love You?, das er zu einem Wiegenlied von Magnolias Mutter umwidmete, damit es Elaine Stritch singen konnte und die Hinzufügung des für die 1936-Filmversion geschriebenen Duettes I Have the Room Above Her
  • Princes Produktion übertraf noch die ursprünglichen 542 Vorstellungen der Originalproduktion, sie brachte es auf 947 Aufführungen, gewann den Tony Award als „Bestes Musical-Revival“ und ging danach auf Tour sowie nach London (UK), wo sie vom April bis September 1998 im Prince Edward Theatre lief und nominiert war für den Olivier Award als „Outstanding Musical Production“, dann nach Melbourne (AUS)
  • 2001: Premiere am Tiroler Landestheater in Innsbruck (A)
  • 2002: Premiere an der Opéra du Rhin in Straßbourg (F) unter Regie von Josef Ernst Köpplinger
  • 2004: Übernahme der Straßbourger Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen
  • 2005: Schweizer Erstaufführung am Stadttheater Bern (CH) unter Regie von Nicholas Muni mit Bezug auf die Rekonstruktion der Originalfassung von 1927 in den USA, in der deutschen Fassung von Frank Thannhäuser
  • Juni 2006: Revival an der Londoner Royal Albert Hall (UK) unter Regie von Francesca Zambello
  • 17. Februar 2007: Premiere am Landestheater Detmold unter Regie von Wolfgang Dosch in der deutschen Fassung von Frank Thannhäuser, mit Ulf Bunde / Andreas Jören als ‚Gaylord Ravenal‘, Melanie Loll / Kirsten Höner zu Siederdissen als ‚Magnolia‘ und Silke Dubilier als ‚Parthy Hawks‘
  • 19. Juni 2013: Premiere bei den Bad Hersfelder Festspielen unter Regie von Melissa King, mit Milica Jovanovic als ‚Magnolia Hawks‘, Jan Ammann als ‚Gaylord Ravenal‘, Sophie Berner als ‚Julie LaVerne‘ und Michael Schanze als ‚Käpt’n Andy Hawks‘

Musiktitel

AKT
ELEND LIEGT IN DER LUFT
(Queenie und Ensemble)
OPENING/COTTON BLOSSOM
(alle)
STELL DIR VOR ES WÄRE LIEBE
(Ravenal & Magnolia)
OL’MAN RIVER
(Joe und schwarze Männer)
KÜCHE DER ‚COTTON BLOSSOM‘
(instrumental)
WAS SOLL’S, ICH LIEBE MEINEN MANN
(Julie, Queenie, Magnolia, Joe)
MISERY
(Schwarze Männer und Frauen)
LEBEN IM THEATER
(Ellie, Parthy, Weiße Frauen)
ZUSCHAUERRAUM / BÜHNE DER ‚COTTON BLOSSOM‘
(instrumental)
QUEENIES TAM TAM
(Queenie und Schwarze Frauen/Männer)
FRANKS TANZ
(instrumental)
DU BIST GLÜCK
(Ravenal & Magnolia)
HOCHZEIT/ICH LIEBE MEINEN MANN Reprise
(alle)
WARUM LIEB ICH DICH
(Parthy, Magnolia, Ravenal)
CHICAGO MONTAGE
(Ensemble)
BILL
(Julie)
ICH LIEBE MEINEN MANN Reprise
(Magnolia)
ST. AGATHA STIFT
(Ensemble Damen)
STELL DIR VOR ES WÄRE LIEBE Reprise
(Ravenal, Kim-als Kind)
LEB WOHL MEIN HERZENSGLÜCK
(Ellie & Frank)
NACH DEM BALL
(Magnolia)
FROHES NEUES JAHR
(instrumental)
OL‘ MAN RIVER Reprise
(Joe)
ICH LIEBE MEINEN MANN (Radio)
(Magnolia Einspielung)
DU BIST GLÜCK Reprise
(Ravenal)
FINALE
(alle)
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