Merga Bien

Unter Folter gestehen Merga Bien, Hexen im Namen des Teufels zu sein und nennen weitere Mitschuldige.

Musik, Buch und LiedtextSteffen Dargatz
BuchMichael Gellings
Original TitelMerga Bien
Uraufführung Am 12. April 2013 im Probsteihaus Petersberg (Fulda)
Merga Bien (Fulda 2013)

Produktionen

Handlung

Fulda im 16. Jahrhundert: Als Tochter eines Gerbers wird Merga bereits im Alter von 13 Jahren mit dem über 50 Jahre älteren Weißgerber Wilhelm Franck verheiratet. Dieser stirbt nach kurzer Zeit, und mit ihrer Erbschaft steigt Merga in die gehobene Mittelschicht Fuldas auf.

Entgegen den Anweisungen ihrer Mutter Elisabeth heiratet sie daraufhin den Juristik-Studenten Christopher Orth, mit dem sie zwei Kinder bekommt. Enttäuscht darüber, dass ihre Mutter Christopher nicht als Schwiegersohn akzeptiert, bricht Merga den Kontakt zu ihr ab. Erst als zwei Jahre später Christopher und beide Kinder der Pest zum Opfer fallen, versöhnen sich Mutter und Tochter wieder.

Ende des 16. Jahrhunderts heiratet Merga den Juristen Blasius Bien, mit dem sie über 20 Jahre zusammen lebt. Ihre Ehe bleibt kinderlos. Die Jahrhundertwende wird von Unwettern, Pest, Armut und Hungersnot überschattet. Die Menschen, die in ihrer Misere die Strafe Gottes erkennen wollen, suchen nach Schuldigen. Der Zentgraf Balthasar Nuss liefert ihnen da zur rechten Zeit einen gefälligen Sündenbock: Frauen mit mystischen Fähigkeiten, die schwarze Magie betreiben und die sich regelmäßig zum Hexensabbat auf den Danzwiesen treffen.

1603 wird Balthasar von Dermbach Fürstabt von Fulda. Er ernennt Balthasar Nuss zum Hexenrichter und ermöglicht ihm dadurch, sein begonnenes „Werk“ zu vollenden. Schnell sind die ersten Schuldigen gefunden. Durch seine Foltermethoden gestehen sie ihm bald, Hexen im Namen des Teufels zu sein und nennen weitere Mitschuldige. Dieser Entwicklung kann sich bald kaum jemand mehr entziehen. Und auch Merga Bien muss feststellen, dass man niemandem mehr trauen kann.

Freund oder Feind? Vertrauen oder Vorsicht? Glaube oder Ketzerei?

Für Merga beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und der Kampf gegen ein System, gegründet auf Aberglaube, Machtbesessenheit, Habgier und Missgunst.

 Quelle: mergabien-musical.de

Historie

  • Grundlage: Das historische Schicksal von Merga Bien, einer jungen Fuldaerin, die Ende des 16. Jahrhunderts zum Opfer der Hexenprozesse wurde
  • 12. April 2013: Uraufführung des Musicals ‚Merga Bien‘ von Steffen Dargatz (Musik, Liedtexte, Buch) und Michael Gellings (Buch) durch Virtuoso e.V. im Probsteihaus in Petersberg bei Fulda unter Regie von Nadine Eisenhardt, mit Elena Müller/Barbara Erb in der Titelrolle

Musiktitel

AKT 1 AKT 2
PROLOG: OUVERTÜRE/FULDA
(instrumental und Ensemble)
DIE BEFRAGUNG
(Nuss, Merga, Blasius, Caspar, Eustachius, Sibilla, Schöffen)
ELISABETHS WIEGENLIED
(Elisabeth)
STÄRKER SEIN Reprise
(Nuss, Friedrich)
HEUT IST HIER HOCHZEITSFEST
(Ensemble)
FRIEDRICHS ERKENNTNIS
(Friedrich)
WISST IHR NOCH
(Merga, Valentin, Sibilla)
TEUFEL IM SPIEL
(Blasius, Sibilla)
ANASTASIA
(Friedrich, Nuss, Anastasia)
ANGST
(Ensemble)
IN ZWANZIG JAHRN
(Valentin, Merga)
DU HAST KEIN HERZ
(Anastasia)
IN ZWANZIG JAHRN Reprise
(Elisabeth, Blasius, Christopher, Merga, Valentin)
DIE HINRICHTUNG
(Friedrich, Nuss, Blasius, Merga, Ensemble)
MERGAS WIEGENLIED
(Merga)
WAS BLEIBT VON DIR
(Blasius, Friedrich)
WENN DU WAS LIEBST
(Christopher)
EPILOG
(Blasius, Friedrich, Ensemble)
REISST DEM TEUFEL DIE SONNE AUS DER HAND
(Friedrich, Nuss, Ensemble)
FINALE 2. AKT: FINALE
(Blasius, Anastasia, Merga, Elisabeth, Friedrich, Ensemble)
DAS ENDE DER WELT
(Sibilla, Merga, Friedrich, Ensemble)
ICH LIEBE DICH FÜR IMMER
(Merga, Elisabeth)
DIE ERNTE IST REIF
(Ensemble)
ICH WEISS, WAS DU BRAUCHST
(Caspar)
REISST DEM TEUFEL DIE SONNE AUS DER HAND Reprise
(Ensemble)
STÄRKER SEIN
(Nuss, Friedrich, Eva)
KOMISCH
(Nuss, Eustachius)
WO IST DEINE LIEBE HIN
(Anastasia)
FINALE 1. AKT: ALLES, WAS ICH BRAUCH
(Blasius, Merga, Nuss, Anastasia)

Kulturhistorischer Hintergrund

Um 1560 wurde Merga Bien als Tochter eines Gerbers in Fulda geboren. Nach dem Tod ihres ersten Mannes, des wesentlich älteren Witwers Wilhelm Franck, heiratete sie wieder und hatte mit Christopher Orth zwei Kinder. Doch diese und ihr Ehemann starben vermutlich an der Pest. In dritter Ehe war sie mit Blasius Bien verheiratet, der zunächst im Dienst eines Schultheißen von Hünfeld und Michelsrombach stand, später selbst Schultheiß von Schlitz war, sich mit seinem Herrn überwarf und nach Fulda zurückkehrte. Die Ehe blieb kinderlos.

Am 19. Juni 1603 bezeugen die Gerichtsakten die Festnahme Merga Biens und Anklage wegen Hexerei durch den Zentgrafen und Malefizmeister Balthasar Nuss, der dem Fürstabt Balthasar von Dermbach unterstand. Ihr wurde die Vergiftung ihres zweiten Mannes und ihrer Kinder vorgeworfen, außerdem „den Junckern von Schlitz eine böse Krankheit an den Hals gehext zu haben, den Tod der Kühe des Michelsrombacher Schultheißen herbeigeführt zu haben und am Hexensabbat teilgenommen zu haben.“ Nach 14 Wochen Haft gab sie unter der Folter alle Anschuldigungen zu mit den Worten: „ach Gott, so will ich es getan haben“.

Im Herbst 1603 wurde sie auf dem Gerichtsplatz in Fulda hingerichtet.

Den vollständigen Text von Ingrid Möller-Münch, die für ihre Arbeit über „Hexenverfolgungen“ von der Stadt Fulda ausgezeichnet wurde, finden Sie im Programmheft der Produktion Merga Bien. Titel des Buches: „… ach Gott, so wil ich es gethan haben“. Das Leben der Merga Bien: Beitrag zur Hexenverfolgung im Hochstift Fulda (1603-1606)

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