Thrill Me – Die Leopold & Loeb Story

Ein perfektes Verbrechen

Buch, Musik und LiedtexteStephen Dolginoff
Original TitelThrill Me - The Leopold & Loeb Story
Deutscher TitelThrill Me - Die Leopold & Loeb Story
VorlageDie wahre Geschichte von Nathan Leopold und Richard Loeb, der sogenannten "Thrill Killers", reichen Studenten, die in Chicago einen 14-jährigen Jungen ermorden, um das "perfekte Verbrechen" zu begehen
Uraufführung Am 16. Mai 2005 an The York Theatre Company als Off-Broadway-Premiere, nach der Uraufführung beim Midtown International Theatre Festival in New York (USA) unter Regie von Martin Charmin, mit Stephen Dolginoff als 'Leopold' und Doug Kreeger als 'Loeb'
Deutschsprachige Erstaufführung & Deutsche Erstaufführung Am 5. Oktober 2012 im KatiElli Theater in Datteln unter Regie und in der Übersetzung von Bernd Julius Arends
Thrill Me – Die Leopold & Loeb Story (Datteln 2012)
Österreichische Erstaufführung Am 10. April 2015 am Off Theater in Wien unter Regie von Johanna Arrouas in der deutschsprachigen Fassung von Bernd Julius Arends
Thrill Me (Wien 2015)
Deutsche ÜbersetzungBernd Julius Arends

Produktionen

Handlung

Nathan Leopold ist ein eher unscheinbarer Intellektueller mit Brille, der sich freut, seinen alten Kameraden, den glänzend aussehenden Richard Loeb wiederzusehen. Nathan verehrt den selbstverliebten Richard, der immer wieder den besonderen Kick im Leben braucht. Wie früher ziehen beide als Brandstifter los oder brechen als Diebe in Wohnungen ein, selbst wenn die Hauseigentümer im Nachbarzimmer schlafen. Ein mit Blut besiegelter Pakt verbindet die beiden Freunde: Richard braucht Nathan zum Schmiere-stehen und als seelischen Verbündeten, Nathan vergöttert Richard und sehnt sich nach körperlicher Zuneigung von seinem Partner, die er wohldosiert immer nach einem gelungenen Coup bekommt. Richard will seine Überlegenheit über die Gesellschaft demonstrieren, indem er eine Entführung vortäuscht, aber das Opfer ermorden will. Trotz größter Bedenken willigt Nathan schließlich in den Plan ein. Richard lockt einen Jungen aus der Nachbarschaft mit seinem Charme in ein gestohlenes Auto und ermordet den 14-Jährigen brutal mit einem Brecheisen. Sie verätzen das Gesicht des Jungen und werfen die unkenntlich gemachte Leiche nur zwei Straßen entfernt in die Kanalisation. Den Erpresserbrief über 10.000 Dollar schreiben die Mörder gemeinsam auf Richards alter Schreibmaschine. Eigentlich sieht alles danach aus, dass die beiden Männer tatsächlich das perfekte Verbrechen verübt haben. Doch kaum vermisst Nathan seine Brille, finden auch schon Bauarbeiter die Leiche, die schneller als vermutet identifiziert werden kann. Während eine extravagante Brille neben dem Tatort auf Nathan hinweist, kann der Erpresserbrief durch fehlerhafte Buchstaben der Schreibmaschine von Richard zugeordnet werden. Es wird schwer für die Beiden, ihren Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen und Richard beginnt, Nathan die Schuld in die Schuhe zu schieben, doch der hat dafür gesorgt, dass die belastenden Beweise auch eindeutig auf Richard hinweisen, und dieser bekommt zum ersten Mal in seinem Leben ‚Angst‘ vor der drohenden Todesstrafe. Nach der Verurteilung zu lebenslanger Haft in einer gemeinsamen Zelle gesteht Nathan sein wahres Motiv, und erst jetzt wird Richard klar, was das perfekte Verbrechen in Nathans Augen tatsächlich ist …

Text: Stephan Drewianka

Historie

  • Grundlage: Die wahre Geschichte von Nathan Leopold und Richard Loeb, der sogenannten „Thrill Killers“, die einen 14-jährigen Jungen ermorden, um das „perfekte Verbrechen“ zu begehen
  • 2003: Uraufführung des Musicals ‚Thrill Me – The Leopold & Loeb Story‘ von Stephen Dolginoff beim Midtown International Theatre Festival in New York (USA) unter Regie von Martin Charmin, mit Stephen Dolginoff als ‚Leopold‘ und Doug Kreeger als ‚Loeb‘
  • 16. Mai – 21. August 2005: Off-Broadway-Premiere durch und bei der York Theatre Company und Originalproduzent Jim Kierstead in New York (USA) unter Regie von Michael Rupert, mit Stephen Dolginoff als ‚Leopold‘ und Doug Kreeger als ‚Loeb‘; später spielen Matt Bauer ‚Leopold‘ und Shonn Wiley ‚Loeb‘
  • 2005: zahlreiche Nominierungen mit dem Drama Desk Award als „Bestes Musical“ und „Beste Komposition“ und Nominierung mit dem Outer Critics Award als „Bestes Musical“
  • April 2006: Off-Broadway-Cast-Aufnahme mit Stephen Dolginoff und Doug Kreeger
  • Es folgten weitere regionale Aufführungen des Musicals in Seattle, Buffalo, New Orleans, Chicago, Dallas und Los Angeles mit Stephen Dolginoff als ‚Leopold‘
  • Internationale Erstaufführungen gab es Seoul in Koreanisch, Athen in Griechisch, Tokio in Japanisch und Melbourne in Australien
  • März 2008: Aufführung im Hudson Backstage Theatre in Los Angeles in den USA, mit Alex Schlemmer und Stewart W. Calhoun
  • 25. Mai 2009: Aufführung durch MTM (‚Musical Theatre Madison) in Madison Wisconsin in USA
  • 24. Februar – 6. März 2010: Professionelle Produktion im Seymour Centre in Sydney in Australien unter Regie von Jay James-Moody, mit Benjamin Giraud als ‚Leopold‘ und Blake Erickson als ‚Loeb‘
  • 15. September 2011 – 10. März 2012: Japanische Aufführung unter Regie von Takashi Ochiai
  • 5. Oktober 2012: Deutschsprachige Erstaufführung im KatiElli Theater in Datteln in der deutschen Fassung von Bernd Julius Arends unter Regie von Nico Rabenald, mit Bernd Julius Arends als ‚Nathan Leopold‘ und Dominik Schulz als ‚Richard Loeb‘

Kulturhistorischer Hintergrund

n den 1920er Jahren lebten in Chicago die eng befreundeten wohlhabenden Jura-Studenten Nathan Leopold und Richard Loeb. Bereits mit 19 Jahren hatte Nathan das College abgeschlossen und sprach fünf Sprachen. Richard war der jüngste Absolvent an der University of Michigan. Als Anhänger von Friedrich Nietzsche glaubten beide daran, intelligenter als die Gesellschaft zu sein, und so planten sie ehrgeizig einen Mord als das perfekte Verbrechen im Sinne der Kunst. Ihr Opfer wurde am 21. Mai 1924 der 14-jährige Bobby Franks aus ihrer direkten Nachbarschaft. Doch die Täter wurden gefasst und der Prozess geriet zum Medienspektakel. Am Ende wurden beide zu lebenslanger Haft und weiteren 99 Jahren verurteilt. Noch heute spielt ihr Jahrhundertverbrechen eine Rolle bei der Diskussion um die Todesstrafe in Amerika.

Aus der traurigen Realität wurde Fiktion: In Verfilmungen wie ‚Der Zwang des Bösen‘ von 1959 hielt Orson Wells als Verteidiger die längste Rede der Filmgeschichte, und schon 1948 inspirierte der Stoff Alfred Hitchcock für ‚Cocktail für eine Leiche‘, während 2002 Sandra Bullock in ‚Mord nach Plan‘ als Detektivin in einem ähnlichen Fall ermittelte.

Text: Stephan Drewianka

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