Sweeney Todd

Barbier und Köchin machen aus Personen der Gesellschaft Pasteten

Musik und LiedtexteStephen Sondheim
BuchHugh Wheeler
Original TitelSweeney Todd, The Demon Barber of Fleet Street
Deutscher TitelSweeney Todd - Der Teufelsbarbier von Fleet Street
VorlageGroschenroman »The String of Pearls: A Romance«, 1846 in London erschienen; innerhalb kürzester Zeit 18 Fortsetzungen mit weiteren 37 Morden
Broadway-Premiere Am 1. März 1979 am Uris Theatre in New York (USA) unter Regie von Harold Prince
West-End-Premiere Am 2. Juli 1980 am Theatre Royal, Drury Lane in London (GB) unter Regie von Harold Prince
Deutschsprachige Erstaufführung & Deutsche Erstaufführung Am 11. April 1985 an den Städtischen Bühnen Freiburg in Freiburg im Breisgau unter Regie und in der Übersetzung von Markus Weber
Überarbeitete Fassung Am 26. November 2004 an der Komischen Oper in Berlin in der deutschen Fassung von Wilfried Steiner, unter Regie von Christopher Bond
Deutsche ÜbersetzungWilfried Steiner
Deutsche ÜbersetzungMarkus Weber
Verlag MTI (Music Theatre International)
Musik und Bühne Verlagsgesellschaft mbH

Produktionen

Handlung

Gerade noch sangen alle die Ballade vom grausamen Barbier, als alles damit beginnt, dass Sweeney Todd aus seinem Grab steigt, um sein Leben selbst zu erzählen. Im Rückblick erfahren wir, wie er nach langer gemeinsamer Schifffahrt mit dem Matrosen Anthony in London an Land geht, sich von den aufdringlichen Blicken einer Bettlerin bedrängt fühlt und seinem Reisegefährten die traurige Geschichte von dem Barbier erzählt, der seine schöne, naive Frau an einen schlauen, mächtigen Richter verlor. Dann macht er sich auf in die Fleet Street und landet bei Mrs Lovett, der Pastetenbäckerin, die jetzt in dem Haus wohnt, in dem vor Jahren ein unglücklicher Barbier gelebt hatte, bevor ihn Richter Turpin mittels eines vorgegebenen Verbrechens nach Australien in die Verbannung schickte und sich dessen Frau bemächtigte – damals hieß Sweeney Todd noch ‚Benjamin Barker‘. Seine Frau soll sich mit Arsen umgebracht haben, während der Richter ihre Tochter Johanna als sein Mündel im Haus einsperrte. Sweeney Todd schwört Rache, während Anthony sich in das Mädchen am Fenster verliebt. Die Bettlerin warnt ihn vor dem grausamen Oheim. Doch Anthony sucht trotzdem ihren Kontakt und wird mit Prügeln vom Büttel Bamford des Richters davongejagt. Richter Turpin, der sein Mündel selbst begehrt, macht Johanna einen Heiratsantrag. Doch diese träumt von dem jungen Mann vor ihrem Fenster. Wahrenddessen besiegt Sweeney Todd den Barbier RodolfoPirelli in einem Wettstreit auf dem Markt und stellt ihn als Scharlatan bloß, dessen Gehilfe Tobias/Toby Rag den Leuten bisher Haarwuchsmittel andrehen musste. Schiedsrichter war der Büttel, der nun als erster Kunde im Salon über der Pastetenbäckerei die schärfste Rasur erhalten soll. Als Pirelli Todd mit dessen Vergangenheit erpressen will, läßt ihn dieser über die Klinge springen. Toby betrinkt sich währenddessen bei Mrs Lovett, die er geradezu anbetet und wird nach dem Verschwinden Pirellis zu ihrem Gehilfen. Die Pastetenbäckerin ist eine pragmatische Frau. Sie hat eine Verwendung für Pirellis Leichnam gefunden. Wenn andere Katzen in ihren Pasteten verarbeiten, weil sonst nichts da ist… Anthony bittet den Barbier um Unterschlupf für ihn und Johanna, die er entführen will. Als Richter Turpin seinem Büttel erzählt, dass er heiraten will, rät ihm dieser zu einer Rasur von Todd, bevor er seiner Angebeteten nahe tritt. Sweeney Todd sieht die Gelegenheit, kann seine Rache aber nicht verwirklichen, weil Anthony hereinstürzt und verkündet, er heirate Johanna schon am Sonntag.

Der Richter bringt sein Mündel in Foggs ‚Irrenanstalt‘, um es gefügig zu machen. Mit Hilfe von Todds Plan gelingt es Anthony, Johanna zu befreien, deren blondes Haar der junge Perrückenmacher angeblich kaufen will. Johanna verbirgt sich als Matrose verkleidet in einer Truhe, die in Todds Rasiersalon steht. Bevor der Büttel, von der Bettlerin aufgestachelt, den Grund des Gestanks in der Pastetenbäckerei herausfinden kann, fällt auch er direkt vom Barbierstuhl in den Raum mit dem Ofen und wird zu Pastete verarbeitet. Es folgt die Bettlerin. Toby, der misstrauisch geworden ist, wird von Mrs Lovett im Backhaus eingesperrt. Bevor der schreckliche Barbier seine Rache beendet, gibt er sich dem Richter zu erkennen. Der Mann, der an seinem Unglück schuldig ist, soll sein letztes Opfer gewesen sein, doch droht noch von Tobys Wissen Gefahr. Johanna flieht, als Todd von lautem Geschrei ins Backhaus gerufen wird. Toby ist vor Schreck wegen des Geräuschs der fallenden Leichen in den Keller gerannt, so dass Todd Mrs Lovett helfen muss, die Bettlerin zu verarbeiten. Dabei entdeckt er das Schreckliche: Die Bettlerin ist seine tot geglaubte Frau Lucy und er nun ihr Mörder. Mrs Lovett hatte ihm ihre wahre Identität verschwiegen, hoffte sie doch auf eine Zukunft mit Sweeney, den sie insgeheim liebte. Dafür landet sie im Ofen. Doch ihr Schreien ruft den fast wahnsinnigen Toby herbei, der Todd mit der toten Bettlerin im Arm vorfindet und ihn mit dem Rasiermesser, das am Boden liegt, umbringt…übrig bleiben Johanna und Anthony – am Ende schließt sich der Kreis mit der Ballade von Sweeney Todd, dem dämonischen Barbier.

Historie

  • Grundlage: Groschenroman ‚The String of Pearls: A Romance‘, 1846 in London erschienen; innerhalb kürzester Zeit 18 Fortsetzungen mit weiteren 37 Morden
  • 1847: Erste Bühnenadaption von George Dibden Pitt
  • 1926: Erste Verfilmung (Stummfilm), der Film ist verloren
  • 1928: Erste noch vorhandene Verfilmung (Stummfilm) unter der Regie von Walter West
  • 1936: Verfilmung unter der Regie von George King mit Tod Slaughter als ‚Sweeney Todd‘ und Stella Rho als ‚Mrs Lovett‘
  • 1973: Schauspiel von Christopher Bond
  • 1. März 1979: Uraufführung  des Musicals ‚Sweeney Todd‘ im George Gershwin Theatre, New York City (USA). Musik: Stephen Sondheim, Buch: Hugh Wheeler, basierend auf dem Theaterstück von Christopher Bond mit Len Cariou als ‚Sweeney Todd‘ und Angela Lansbury als ‚Mrs Lovett‘. Regie: Harold Price
  • 2. Juli 1980: Erstaufführung im Theatre Royal Drury im Londoner Westend (UK). Regie: Harold Price
  • 1982: TV-Produktion (USA) unter der Regie von Terry Hughes und Harold Price mit George Hearn als ‚Sweeney Todd‘ und Angela Lansbury als ‚Mrs Lovett‘
  • 11. April 1985: Deutschsprachige Erstaufführung an den Städtischen Bühnen Freiburg in der Fassung von Markus Weber, der auch Regie führte
  • 1998: TV-Produktion unter der Regie von John Schlesinger mit Ben Kingsley als ‚Sweeney Todd‘ und Joanna Lumley als ‚Mrs Lovett‘
  • 2001: TV-Produktion (Remake der Fassung von 1982) unter der Regie von Lonny Price mit George Hearn als ‚Sweeney Todd‘ und Patti LuPone als ‚Mrs. Lovett‘
  • 26. September 2004: Premiere an der Komischen Oper in Berlin in der deutschen Fassung von Wilfried Steiner unter Regie von Christopher Bond und musikalischer Leitung von Koen Schootsmit Roger Smeets als ‚Sweeney Todd‘ und Dagmar Manzel als ‚Mrs Lovett‘
  • 2005: Broadway Revival im John Barrymore Theater, New York (USA), unter der Regie von John Doyle mit Michael Cerveris als ‚Sweeney Todd‘ und Patti LuPone als ‚Mrs Lovett‘
  • 2006: TV-Produktion (UK) des Musicals unter der Regie von Dave Moore mit Ray Winstone als ‚Sweeney Todd‘ und Essie Davis als ‚Mrs Lovett‘
  • 2007: US-Kinofilm unter der Regie von Tim Burton mit Johnny Depp als ‚Sweeney Todd‘, Helena Bonham Carter als ‚Mrs Lovett‘ und Ed Sanders als ‚Toby‘
  • 16. Februar 2008: Premiere im Großen Haus des Theaters in Hagen
  • 27. September 2008: Premiere am Landestheater Linz (A)
  • 20. Februar 2009: Premiere im Staatstheater am Gärtnerplatz in München mit Mitgliedern der ‚Akademie Musiktheater am Gärtnerplatz‘, inszeniert von Christian von Götz
  • 24. Oktober 2009: Premiere am Landestheater Coburg, inszeniert von Claudio Bueno
  • 29. Oktober 2009: Premiere am Stadttheater Klagenfurt (A), inszeniert von Josef E. Köpplinger
  • 17. November 2012: Premiere am Opernhaus in Magdeburg unter Regie von Leonard Prinsloo, mit Kevin Tarte als ‚Sweeney Todd‘ und Gaye MacFarlane als ‚Mrs Lovett‘
  • 27. Juni 2013: Premiere bei den Schlossfestspielen Ettlingen unter Regie von Udo Schürmer, mit Fernand Delosch als ‚Sweeney Todd‘ und Gudrun Schade als ‚Mrs Lovett‘

Musiktitel

AKT 1 AKT 2
PRELUDE
(Orgel)
ENTR‘ ACTE
(instrumental)
PROLOG: DIE BALLADE VON SWEENEY TODD
(Ensemble)
SCHMECKT DAS GUT
(Tobias, Mrs Lovett, Sweeney Todd, Ensemble)
ES GIBT NUR EIN LONDON
(Anthony, Sweeney Todd, Bettlerin)
JOHANNA [TODD]
(Anthony, Sweeney Todd, Johanna, Bettlerin)
GANZ MIESE PASTETEN
(Mrs Lovett)
AN DER SEE
(Mrs Lovett, Sweeney Todd)
SIE WAR SO JUNG
(Mrs Lovett)
DER BRIEF
(Quintett)
MEIN FREUND
(Mrs Lovett, Ensemble)
HAUSMUSIK
(Bamford, Mrs Lovett, Tobias)
GRÜNFINK UND NACHTIGALL
(Johanna)
ÜBERALL FEUER
(Johanna, Insassen)
OH, MISS
(Johanna, Anthony)
DIE SUCHE
(Mrs Lovett, Sweeney Todd, Bettlerin, Insassen, Anthony, Johanna)
JOHANNA
(Anthony)
DIE RÜCKKEHR DES RICHTERS
(Sweeney Todd, Richter)
PIRELLIS AQUA-CAPILLARE
(Tobias, Sweeney Todd, Mrs Lovett, Ensemble)
FINALE / DIE BALLADE VON SWEENEY TODD Reprise
(Sweeney Todd, Mrs Lovett, Ensemble)
DER WETTKAMPF
(Pirelli, Tobias)
WART‘
(Mrs Lovett, Bettlerin)
KÜSS MICH – Teil 1
(Johanna, Anthony, Richter Turpin, Bamford)
FRAUEN, DIE DERART SENSIBEL SIND
(Bamford)
KÜSS MICH – Teil 2
(Johanna, Anthony, Richter Turpin, Bamford)
HÜBSCHE FRAUEN
(Richter Turpin, Sweeney Todd)
SEI GESCHEIT
(Sweeney Todd, Mrs Lovett)
EIN STÜCK PRÄLAT
(Mrs Lovett, Sweeney Todd)
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