Funny Girl

›Don't Rain on my Parade‹ – Das Musical »Funny Girl« erzählt vom Leben, Lieben und der Karriere des Broadwaystars Fanny Brice

MusikJule Styne
LiedtexteBob Merrill
Zusätzliche Liedtexte ('What Do Happy People Do')Anne Bissett
BuchIsobel Lennart
Original TitelFunny Girl
Uraufführung Am 13. Januar 1964 am Schubert Theatre in Boston (USA)
Broadway-Premiere Am 26. März 1964 am Winter Garden Theatre in New York (USA) unter Regie von Jerome Robbins
Deutschsprachige Erstaufführung & Deutsche Erstaufführung Am 31. Dezember 1972 am Theater der Stadt in Essen, in der Übersetzung von Werner Schneyder (Liedtexte) und Liselotte Knob (Buch)
Überarbeitete Fassung Am 22. November 1992 am Landestheater in Coburg in einer überarbeiteten deutschen Übersetzung von Heidi Zerning, unter Regie von Hartmut H. Forche
Deutsche ÜbersetzungHeidi Zerning
Deutsche Übersetzung (Liedtexte)Werner Schneyder
Deutsche Übersetzung (Buch)Liselotte Knob

Produktionen

Handlung

In der Rahmenhandlung sieht man die berühmte Fanny Brice in einer Künstlergarderobe vor ihrem Schminktisch sitzen. Bis sie auf die Bühne gerufen wird, vergeht noch etwas Zeit. In Gedanken lässt sie ihr Leben Revue passieren.

Fanny ist ein ehrgeiziges junges Mädchen, das nur einen Wunsch hat, Star zu sein auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Ihre Mutter rät ihr zwar davon ab, zur Bühne zu gehen, dazu sei sie von Natur aus nicht mit genügend Schönheit gesegnet worden, aber Fanny lässt nicht locker. Eines Tages läuft ihr der Komödiant Eddie Ryan über den Weg, der sogleich erkennt, welch großes Talent in der jungen Dame steckt. Er bietet ihr seine Hilfe an und wird ihr Lehrer. Jede freie Minute verbringt sie bei ihm und lernt singen, tanzen und spielen. Schließlich kommt der Tag, an dem sie die Früchte ihrer Arbeit ernten kann: Eine Bühne bietet ihr an, die Hauptrolle in einer Revue zu spielen. Fanny nimmt begeistert an und entzückt das Publikum. Nach der Premiere wollen die Glückwünsche kein Ende nehmen. Unter den Gratulanten ist auch der elegante Nick Arnstein. Beide sind sich sogleich sympathisch. Inzwischen hat Fanny ein Angebot des New Yorker Produzenten Florenz Ziegfeld angenommen, Mitglied seiner Truppe zu werden. Nach einer Vorstellung begegnet sie das zweite Mal Nick Arnstein. Sie lädt ihn ein, mit zu ihrer Mutter zu gehen. Diese gebe am Abend eine Party. Bei dieser Gelegenheit kommen sich beide näher und gestehen sich ihre Liebe. Als die Ziegfeld-Truppe ein paar Monate später in Baltimore gastiert, laufen sich Fanny und Nick Arnstein ein drittes Mal über den Weg. Beide fassen dies als Wink des Schicksals auf und beschließen zu heiraten. Fanny bricht ihren Vertrag. Sie setzt sich wortlos von der Truppe ab folgt ihrem Verehrer nach New York. Nach der Eheschließung bezieht das Paar eine Villa auf Long Island. Bald jedoch bereut Fanny, was sie getan hat. Das Showbiz lässt sie einfach nicht los. Reutmütig tritt sie Ziegfeld unter die Augen. Was sie kaum für möglich gehalten hat, tritt ein: Ziegfeld verzeiht ihr und nimmt sie erneut in seine Truppe auf. Nick Arnstein ist froh, dass seine Frau wieder ein gutes Einkommen hat; denn er ist ein Spieler und immer in Geldnot. Trotzdem hat er große Pläne. Er will ein Spielkasino gründen und ist auf der Suche nach einem Geschäftspartner. Dazu hat er Florenz Ziegfeld ausersehen. Dieser aber durchschaut das zweifelhafte Geschäft und lehnt brüsk ab. Fanny opfert sich für ihren Mann auf. Sie arbeitet wie eine Besessene, bis sie für Nick die fehlenden Mittel beisammen hat. Nick ist jedoch nicht der geborene Geschäftsmann. Er investiert falsch und verliert. Erstmals seit ihrer Hochzeit kommen Fanny Zweifel, ob Nick der richtige Mann für sie ist. Trotzdem will sie ihm ein zweites Mal mit ihrem Geld unter die Arme greifen. Nick jedoch will nicht von seiner Frau abhängig sein und lehnt ab. Jetzt wittert er seine Chance, schnell zu Geld zu kommen, in einem dubiosen Aktiengeschäft. Dabei wird er des Betruges überführt und zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Fanny muss sich von ihrer Mutter Vorwürfe gefallen lassen, sie selbst trage mit Schuld daran, dass ihr Ehemann im Knast gelandet sei.  Während Fanny in ihrer Künstlergarderobe auf ihren Auftritt wartet, klopft es an die Tür. Herein tritt Nick Arnstein, der seine Strafe verbüßt hat. Wer nun erwartet, das Paar falle sich überglücklich in die Arme, sieht sich getäuscht. Die beiden haben sich kaum noch etwas zu sagen. Sie merken, dass ihre Liebe erkaltet und ihre Ehe gescheitert ist. Ein Klingelton signalisiert Fanny, dass sie auf die Bühne muss. Wortlos geht das Paar auseinander.

Historie

  • Grundlage: Leben und Karriere des Broadway- und Filmstars und der Komödiantin Fanny Brice und ihre stürmische Beziehung mit dem Unternehmer Nicky Arnstein. Fanny Brice war von 1910-1936 in den Revuen des Regisseurs Florenz Ziegfeld ein Star.
  • 13. Januar 1964: Uraufführung des Musicals ‚Funny Girl‘ von Jule Styne, Bob Merrill und Isobell Lennart am Schubert Theatre in Boston (USA)
  • 26. März 1964: (nach sieben Previews) Broadway-Premiere im Winter Garden Theatre in New York (USA) unter Regie von Jerome Robbins und unter dem Supervising von Jerome Robbins, mit Barbra Streisand als ‚Fanny Brice‘, Sidney Chaplin als ‚Nick Arnstein‘, Danny Meehan als ‚Eddie Ryan‘ und Roger De Koven ‚Florenz Ziegfeld jr.‘; später waren u. a. noch Kay Medford, Jean Stapleton, und Lainie Kazan als ‚Fanny Brice‘ zu sehen. Mit Übersiedlung zuerst ins Majestic Theatre (14. März 1966) und dann ans The Broadway Theatre (28. November 1966) erreichte es 1348 Aufführungen.
  • 1964: Nominierungen für den Tony Award in den Kategorien „Bestes Musical“, Beste Interpretation der männlichen Hauptrolle“), „Beste Interpretation der weiblichen Hauptrolle“, „Beste Interpretation einer männlichen Nebenrolle“, „Beste Interpretation einer weiblichen Nebenrolle“, „Beste Choreographie“, „Bester Komponist und Liedtexter“ und „Bester Produzent eines Musicals“. Leider blieb es lediglich bei der Nominierung, alle Preise wurden vom Konkurrenz-Musical ‚Hello, Dolly!‘ abgeräumt.
  • 1966: Westend-Premiere am Price of Wales Theatre in London (UK) unter Regie von Lawrence Kasha, ebenfalls mit Barbra Streisand in der Titelrolle, aber mit Michael Craig als ‚Nick Arnstein‘, Ronald Leigh-Hunt als ‚Florenz Ziegfeld jr.‘ Das Publikum war allerdings auf Streisand fixiert, und nach ihrer nicht mehr zu verhüllenden Schwangerschaft musste die Show abgesetzt werden.
  • 1968: Verfilmung des Musicals unter Regie von William Wyler, mit Barbra Streisand als ‚Fanny Brice‘, Omar Sharif als ‚Nick Arnstein‘, Kay Medford als ‚Rose Brice‘, Anne Francis als ‚Georgia James‘, Walter Pidgeon als ‚Florenz Ziegfeld‘, Lee Allen als ‚Eddie Ryan‘, Mae Questel als ‚Mrs Strakosh‘ und Gerald Mohr als ‚Tom Branca‘. Der Produzent des Filmes, Ray Stark, war der Schwiegersohn der echten Fanny Brice. Der Film war in den Kategorien „Bester Film“, „Beste weibliche Hauptrolle“, „Beste weibliche Nebenrolle“, „Beste Kamera“, „Bester Schnitt“, „Beste Musik in einem Musicalfilm“, „Bester Song“ und „Bester Ton“ für den Oscar nominiert, doch lediglich Barbra Streisand erhielt den Oscar für die beste Hauptrolle und etwas später noch einen Golden Globe in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin in einem Musicalfilm“.
  • 31. Dezember 1972: Deutschsprachige Erstaufführung am Theater der Stadt in Essen, in der Übersetzung von Werner Schneyder (Liedtexte) und Liselotte Knob (Buch)
  • 1987: Broadway-Cast-Album von Capitol Records, das Album erreichte Platz 2 in den US-amerikanischen Albumcharts
  • Oktober 1996: Start einer US-Tour mit Beginn in Pittsburgh (USA), mit Debbie Gibson als ‚Fanny Brice‘ und Robert Westenberg als ‚Nick Arnstein‘. Leider wurde die Tour dann schon nach der zweiten Station in Green Bay, Wisconsin (USA) wieder abgesetzt.
  • 1992: Broadway-Cast-Album
  • 22. November 1992: Premiere am Landestheater in Coburg mit einer neuen und überarbeiteten deutschen Übersetzung von Heidi Zerning. Darauf folgten weitere Aufführungen an deutschen Theatern in dieser Übersetzung.
  • April 2001: Premiere am Paper Mill Playhouse in Millburn, New Jersey (USA) mit  Leslie Kritzer als ‚Fanny Brice‘ und Robert Cuccioli als ‚Nick Arnstein‘.
  • 23. September 2002: Aufführung einer konzertanten Version des Musicals zugunsten der Actors‘ Fund America (Eine Non-Profit-Organisation, die sich um die sozial-, und gesundheitliche Versorgung von Künstlern kümmert) am New Amsterdam Theatre, am Broadway in New York (USA) mit Auftritten von Carolee Carmello, Kristin Chenoweth, Sutton Foster, Ana Gasteyer, Whoopi Goldberg, Jane Krakowski, Judy Kuhn, Julia Murney, LaChanze, Ricki Lake, Andrea Martin, Idina Menzel, Bebe Neuwirth, Alice Playten, Lillias White, Len Cariou, Peter Gallagher, Gary Beach und den ‚The Rockettes‘.
  • Dezember 2009: Premiere am The Drury Lane Oakbrook in Oakbrook Terrace, Illinois (USA) unter Regie des künstlerischen Leiters des Theaters William Osetek und Co-Regie von Gary Griffin, Sara Sheperd übernahm die Hauptrolle.
  • Januar 2012: Revival der Broadway-Produktion am Ahmanson Theatre in Los Angeles (USA) mit Lauren Ambrose als ‚Fanny Brice‘
  • April 2012: Broadway-Übernahmepremiere der Revivalproduktion aus Los Angeles
  • 21. Oktober 2012: Premiere am Theater Dortmund unter Regie von Stefan Huber mit Katherine Mehrling als ‚Fanny Brice‘, Bernhard Bettermann als ‚Nick Arnstein‘, Marc Seitz als ‚Eddie Ryan‘, Johanna Schoppa als ‚Rose Brice‘ und Hannes Brock als ‚Florenz Ziegfield jr.‘

Musiktitel

Original Broadway-Fassung (1964)

Act 1
OuvertureInstrumental
If a Girl Isn't PrettyMrs Brice, Mrs Meeker, Mrs Strakosh, Mr Keeney, Eddie & Company
I'm the Greatest StarFanny
Cornet ManFanny & Cornet Man
His Love Makes Me BeautifulTenor Soloist, Fanny & Company
I Want to Be Seen With YouFanny & Nick
Henry StreetMrs Meeker, Mrs Brice, Mrs Strakosh & Company
PeopleFanny
You Are Woman, I Am ManNick & Fanny
Don't Rain on My ParadeFanny
Act 2
Entr'acteInstrumental
Sadie, SadieFanny, Nick & Company
Who Taught Her Everything She Knows?Eddie & Mrs Brice
Temporary ArrangementNick & Company
Rat-Tat-Tat-TatFanny & Company
Who Are You Know?Fanny & Nick
What Do Happy People Do?Fanny & Company(Musik: Jule Styne, Liedtexte: Anne Bissett)
The Music That Makes Me DanceFanny
FinaleFanny

Wissenswertes

  • Schon lange vor der Premiere des neuen Jule-Styne-Musicals kursierten Gerüchte über den Titel des Muscials; ‚A Very Special Person‘, ‚My Man‘ und ‚The Luckiest People‘ sind nur ein paar davon.
  • In der ersten Probenphase verschliss das Musicla drei Regisseure, erster Jerome Robbins, nach ihm Bob Fosse und schließlich Garson Kanin. Robbins kam danach wieder und beendete die Arbeit.
  • In der ersten Probenphase gab es unzählige Textänderungen und allein vierzig Fassungen der Schlussszene standen zur Debatte.
  • Das Buch des Musicals war ursprünglich als Filmdrehbuch gedacht.
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