Elisabeth – Die Legende einer Heiligen

»Elisabeth - Die Legende einer Heiligen« ist ein historisches Musical von Dennis Martin und Peter Scholz

Musik, Liedtexte und BuchDennis Martin
Musik und BuchPeter Scholz
Original TitelElisabeth - Die Legende einer Heiligen
VorlageDas Leben der wohltätigen Eisabeth von Thüringen, einer ungarischen Königstochter mit Geburtsnamen Erzsébeth, die jung mit dem Landgrafen von Thüringen verlobt wurde und später posthum heilig gesprochen wurde
Uraufführung Am 7. Juli 2007 am Landestheater Eisenach in Thüringen
Elisabeth – Die Legende einer Heiligen (Eisenach 2007)
Verlag spotlight Musicalproduktion

Produktionen

Handlung

Walther von der Vogelweide schreibt Poesie und verklärt das Geschehen um Elisabeths Ankunft auf der Wartburg und ihr Leben als Kind. Auch die Hochzeit mit Ludwig von Thüringen wird idealisiert. Wolfram von Eschenbach mischt sich ein und erzählt, was wirklich passiert: Wie könne der Kollege so blind sein, nicht zu sehen, dass Elisabeths Erziehung aus Schlägen besteht und sie sich heim sehnt zu dem Vater, den sie so liebte und der für sie nach und nach mit dem himmlischen Vater verschmilzt. So schalten sich während des Stückes immer wieder der Poet und der Satiriker ein und kommentieren die biographische Darstellung von Elisabeths Leben.

Elisabeth kommt mit vier Jahren an den Hof und wird Ludwig als Kind anverlobt. Sie bringt als Prinzessin den Glanz des ungarischen Hofes mit. Das Kind spielt wenig außer mit seinem kleinen Holzpferd, seinem einzigen Besitz, wie es scheint. Es ist viel in der Kapelle und betet. Der herrschende Landgraf Hermann erzieht sie mit Strenge und Schlägen. Elisabeth wird eine Schönheit und Ludwig, der von seiner Verbannung zurückkehrt, verliebt sich in ihren Liebreiz und ihre Klugheit. Der Fürst stirbt und seine Witwe Landgräfin Sophie betet für seine verfluchte Seele, Sohn Ludwig, der den Thron besteigt schwört Gott, ein rechtes Leben zu führen, wenn er nur den Vater vor der ewigen Verdammnis bewahre. Elisabeth hat sich durch ihre Zurückgezogenheit und ihre Ablehnung des scheinheiligen, höfischen Lebens Feinde gemacht. Da ihre Mitgift nicht groß ist, raten Mutter Sophie und Bruder Heinrich Raspe Landgraf Ludwig ab, sie zu ehelichen. Ludwig aber liebt sie und setzt seinen Willen durch.

Elisabeth liebt Ludwig auch, aber sie verachtet den Hof, die aufgesetzte Fröhlichkeit und den Hass hinter all der scheinbaren Freundlichkeit. Ludwig schützt sie, wo er kann. Ihr allein vertraut er, auch wenn alle ihn warnen. Elisabeth hat schon als Kind den armen Kindern, mit denen sie trotz ihres hohen Standes Kontakt suchte, Geld und Brot gegeben. Jetzt beginnt ihre Großzügigkeit, den Adel am Hof zu ärgern. So lässt sie eines Tages heimlich ihre Vertraute Guda einen Korb Brot aus der Speisekammer holen.

Heinrich schwärzt sie an. Gezwungenermaßen bittet Ludwig sie, den Korb zu öffnen. Sie hebt das Tuch vom Korb. Darin ist kein Brot, sondern Rosen. Es ist das bekannteste Wunder aus der Vita der Hl. Elisabeth, das hier das Musical aufgreift. Von da an steigt Elisabeths Einfluss auf Ludwig.
Der Fürst lässt sich, gegen allen Rat des Hofes und der Familie, von ihr überreden, den berühmten Wanderprediger Konrad von Marburg auf die Burg einzuladen. Dieser betritt den Raum sanftmütig, aber mit Kritik am ausschweifenden Leben des Hofes. Daraus resultiert seine Forderung, auf das eigene Seelenheil zu achten und nicht Reichtum und Macht über sich regieren zu lassen. Elisabeth fühlt sich in ihrem Herzen angesprochen und in ihrem Tun bestätigt. Ludwig gibt ihm den Auftrag, über Elisabeths Seelenheil zu wachen. Dies soll seine Aufgabe bei Hofe sein.
Guda warnt die Fürstin, irgendetwas Gefährliches sei an dem Mann. Doch Elisabeth weist sie an, nicht vorschnell über den Mann Gottes zu urteilen. So wird Konrad zu Elisabeths Beistand und Bewacher.
Als ihr Mann ins Feld zieht, um die Grenzen zu verteidigen, bleibt sie mit Konrad am Hof zurück. Für die Zeit der Abwesenheit ist sie die Herrin und Fürstin. Gestärkt durch Konrads Beistand macht sie die Sache der Armen und Kranken zu der ihren. Sie stellt Einfachheit gegen Pomp und lässt das Tragen von Schmuck in ihrer Gegenwart verbieten. Desweiteren legt sie eine Almosenspende des Adels fest, die es ihr ermöglicht, ein Armen- und Siechenhaus einzurichten. Elisabeth tritt nun selbstbewusst auf, getrieben von der eigenen Mission, an die sie glaubt. In der Betreuung der Armen und Kranken findet sie ihre Erfüllung und wird als „Engel der Barmherzigkeit“ begrüßt und verehrt. In den Kreisen des Adels wächst der Unmut.

Konrad, in seiner exponierten Stellung am Hof, hält Messen ab, in denen er gegen den Antichristen und die Versuchung des Fleisches wettert. Auch Elisabeth bedrängt er: Sie müsse selbstverständlich dem Ehebett genüge tun, aber an weltlichen Freuden – sprich an ihrer Liebe zu Ludwig – dürfe sie nicht hängen. Er fordert ihren Gehorsam und ihre Hingabe an die Sache. Elisabeth erreicht viel. Sie versorgt die Armen auch während der herrschenden Hungersnot. Als ihr Mann zurückkehrt, heißt er alles gut, was sie unternimmt und sie schenkt ihm ein Kind. Das Glück scheint perfekt, aber immer wieder kritisiert Konrad ihre Freude an der weltlichen Liebe.

Die Zeit der Kreuzzüge bricht an und Konrad wettert gegen die Schändung von Jerusalem, sodass Ludwig, um die Blutschuld des Vaters zu tilgen – wie er glaubt – mit seinen Leuten gen Jerusalem zieht (Historisch hat Konrad sogar für Kinderkreuzzüge ausgerufen) Von seinem Kreuzzug kehrt Ludwig nicht wieder und die verzweifelte Witwe Elisabeth sieht in ihrem Leben keinen Sinn mehr. Konrad wettert umsonst, dass sie an dem Weltlichen immer noch hänge.

Heinrich Raspe nutzt Elisabeths Schwäche aus und usurpiert die Krone Thüringens. Er bemächtigt sich ihrer Kinder, während er die Fürstin vom Hof verjagt. Seine Mutter, ehemals Feindin und Kritikerin der jungen Frau, hat inzwischen ihr Handeln für die Armen schätzen gelernt und ihr bei ihrer Arbeit geholfen. Sie versucht, den Sohn umzustimmen. Als ihr dies nicht gelingt, tritt sie in das Kloster der Zisterzienserinnenr ein.

Elisabeth, vom Hof verbannt, glaubt, nun könne sie Gott in ihrer äußeren Armut noch näher sein. Das Volk aber verhöhnt sie, macht ihr klar, dass sie nie eine der Ihren sein kann, nur weil sie rauhe Gewänder trägt. Elisabeth geht es schlecht. Konrad, der am Hof des Kaisers war, kehrt zurück, zieht sie aus der Gosse und schimpft mit ihr. So könne sie Gott nicht dienen. Sie solle gefälligst wohltätig sein, nicht selbst Wohltätigkeit in Anspruch nehmen.

Noch einer will sich um sie kümmern, einer ihres Standes, Bischof Ekbert, ein Onkel, der sie mit dem Kaiser vermählen will. Elisabeth begreift in ihrem Schmerz  gar nichts. Der Onkel versucht, sie zu überzeugen und malt ihr den Reichtum aus, die ihr die Heirat bringen werden, doch Elisabeth geht mit Konrad nach Marburg. Dieser hat mit Heinrich, der ihm gedroht hat, ihn beim Kaiser anschwärzen, einen Pakt geschlossen. Er schafft ihm Elisabeth vom Hals, sodass ihm die Kinder und damit der zukünftige Thronfolger bleibt. Dafür erhält Elisabeth als Erbgut die Marburger Besitzungen zur freien Verfügung und eine Leibrente.

Elisabeth arbeitet in ihrer Sorge für die Armen und Kranken bis an die Grenze ihrer Kräfte. Sie gründet das Marburger Krankenhaus und ein Beginenhaus, das die Kranken mitbetreut. Sie selbst wird dabei so krank, dass Sophie und Guda sich um sie sorgen. Gleichzeitig sehnt Elisabeth sich so sehr nach der Liebe von Ludwig und ihrer Heimat, dass Konrad ihr befiehlt, sich zu kasteien, damit der Körper nicht mehr sein Recht fordere. Darauf lässt sich Elisabeth geißeln, was sie zusammen mit ihrer harten Arbeit dem Tode nah bringt.

Auf einmal begreift sie, dass Liebe ALLES ist und die Liebe zu ihrem Mann und die Liebe zu Gott sich nicht widersprechen. Heinrich kommt mit ihrem Sohn Hermann zu Besuch, der keine Gefühle für seine Mutter hat und auch das Spielzeug, das sie ihm schenkt – ihr Pferdchen – nicht achtet. Elisabeth begreift, dass ihre Anstrengung nicht nur den Armen gelten hätte müssen, sondern auch den Liebsten, die sie hat. Während einer Auseinandersetzung mit Konrad erkennt sie, dass auch er nur nach Macht und Reichtum strebt und sie manipuliert hat, wenn auch auf andere Weise als Heinrich, und dass Konrad die Liebe von der er spricht, überhaupt nicht kennt.

Doch da ist es zu spät für Elisabeth. Ihr Körper macht nicht mehr mit – sie stirbt: Ludwig holt das kleine Kind Elisabeth zu sich und beide sind wieder vereint. Am Ende des Musicals steht die Legende der Heiligen – sie ist das, was von dem Leben der liebenden Frau, die so jung starb, weiterlebt.

Inhalt der Uraufführung 2007

 

Historie

  • Grundlage: Das Leben Elisabeths von Thüringen im 13. Jahrhundert von der Ankunft der ungarischen Königstochter auf der Wartburg bis zu ihrem Tod
  • 7. Juli 2007: Uraufführung am Landestheater Eisenach unter Regie von Reinfried Schieszler, mit Sabrina Weckerlin in der Titelrolle, Armin Kahl als Ludwig von Thüringen und Chris Murray als Konrad von Marburg
  • 25. Juli – 10. August 2008: Wiederaufnahme mit überarbeiteter Fassung am Landestheater Eisenach.
  • 18.-20. Oktober 2008: Gastspiel in der Stadthalle Marburg
  • 3.-19. Juli 2009: Wiederaufnahme am Landestheater Eisenach
  • 26.-30. Dezember 2009: Gastspiel in der Stadthalle Marburg mit Sabrina Weckerlin als ‚Elisabeth von Thüringen‘ und Kerstin Löcker als alternierender Elisabeth von Thüringen‘. Lucius Wolter übernimmt die Rolle des ‚Ludwig von Thüringen‘

 

Musiktitel

Originalfassung der Uraufführung (2007)

Akt 1
Prolog(instrumental und Sprache)
Du bist auserwähltWolfram von Eschenbach, Volk
Ein Stern aus UngarnWolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Landgraf Hermann, Sophie, Kind Elisabeth, Volk
EinsamkeitElisabeth, Kind Elisabeth, Wolfram von Eschenbach
HöfischElisabeth, Guda, Sophie, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide), Ludwig, Heinrich, Landgraf Hermann, Hofstaat
Herr, bewahre ihnLudwig
Sie raubt dir die SinneHeinrich, Sophie, Ludwig, Hofstaat
Du rettest die Welt für michElisabeth und Ludwig
Die Illusion vom ParadiesKonrad von Marburg, Ludwig, Heinrich, Elisabeth, Sophie, Guda, Hofstaat
Deine SpurenElisabeth
Wunder oder WahrheitWolfram von Eschenbach
Das Ende aller ZeitenKonrad von Marburg, Elisabeth, Hofstaat
Das ArmenhausElisabeth, Guda, Heinrich, Sophie, Hofstaat
Der erste SchrittElisabeth, Guda, Sophie, Ludwig, Konrad, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Volk
Akt 2
JerusalemKonrad von Marburg, Ludwig, Hofstaat
Der AugenblickElisabeth, Ludwig
VeitstanzWolfram von Eschenbach, Volk
Die Welt ist tot (Reprise des Prologs)Elisabeth, Sophie, Guda, Volk
Dein Herz kennt keine LiebeSophie, Heinrich, 4 Hofdamen
StandesgemäßBischof Eckbert, Sophie, Elisabeth, Volk
Misere mei, hol mich heimWolfram von Eschenbach, Volk
Liebe ist allesElisabeth, Guda, Sophie, Leute im Siechenhaus
So weit der Himmel reichtElisabeth, Ludwig, Kind Elisabeth
Weltvernichtung (Reprise Ende aller Zeiten)Konrad von Marburg
Es gleitet ein Traum durch die ZeitElisabeth
FinaleGuda, Sophie, Heinrich, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Bischof Eckbert, Volk

Kulturhistorischer Hintergrund

Der Person von Elisabeth von Thüringen, der späteren Heiligen Elisabeth wird im Jahr 2007, dem Elisabeth-Jahr, auf verschiedene Weise gedacht. Historische und theologische Vorträge setzen sich mit dem Phänomen der Heiligen auseinander, die ihren Dienst an den Armen und Kranken über die Standespflichten setzte. Auf der Wartburg erwartet die Besucher eine Sonderausstellung zum Leben der ungarischen Königstochter Erzsébeth, die vor 800 Jahren geboren wurde und mit 13 Jahren – wie damals üblich – standesge­mäß verlobt wurde und mit dem späteren Gatten und Landgrafen von Thüringen auf­wuchs. Im Staatstheater Eisenach findet in den Sommermonaten eine besondere Präsen­tation der Person Elisabeths von Thüringen statt – in Gestalt des Musicals „Elisabeth – Le­gende einer Heiligen“. Das Stück stellt das Leben Elisabeths dar von der Ankunft der un­garischen Königstochter bis zu ihrem frühen Tod, der auf die übermäßigen Kasteiungen, Geißelungen und den Raubbau an der eigenen Gesundheit zurückgeführt wird.

Es wird die schwere Situation selbst einer Frau von Stand thematisiert, deren Leben eintö­nig und eingeschränkt war. Elisabeth widersetzt sich – teilweise unterstützt von ihrem Gat­ten – den Zwängen des Hofes, gründet gegen den Widerstand des thüringischen Adels ein Armen- und Siechenhaus und lebte später selbst als Begine. Das 13. und 14. Jahrhundert gilt als Blütezeit der Beginen-Gemeinschaften. Anhand von Ludwigs persönlichem Schick­sal werden die Schrecken der Kreuzzüge angesprochen. Konrad von Marburg, dem Lud­wig das Seelenheil seiner Frau anvertraut, ist ein solcher Kreuzzugsprediger. Er verfolgt auf fanatische Weise „Ketzer“ und nimmt unheilvollen Einfluss auf Elisabeths Selbstver­ständnis. Konrad verbietet ihr jede Freude an weltlichen Gelüsten, auch an der Liebe zu ihrem Mann und fordert die absolute Unterwerfung unter seinen Willen. Er glaubt, dass er berufen ist, Elisabeth zur Heiligen zu machen. Das Stück erzählt jedoch nicht einfach Eli­sabeths Leben nach. Im Widerstreit zwischen kritischer Beleuchtung der Historie und ver­klärender Minnesang-Poesie kommentieren Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide die dargestellten Ereignisse. Auch Elisabeths Handeln entgeht der Kritik nicht.

Wissenswertes

„Elisabeth – Die Legende einer Heiligen“ ist nach Bonifatius (2004) das zweite Historienmusical von spotlight Musicalproduktion GmbH

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