Eine leichte Sommerbrise …

Singin‘ in the Rain in den Wiener Kammerspielen

von Eva Seidl

Besondere Originalität bei der Stückauswahl kann man Josefstadt-Chef Herbert Föttinger nicht vorwerfen, hat doch Josef Köpplinger bereits in der vergangenen Saison in Klagenfurt gezeigt, dass »Singin‘ in the Rain« in einer frischen, entstaubten Inszenierung beim österreichischen Publikum bestens ankommt. Lob muss man allerdings aussprechen für das gelungene Kunststück, eine überzeugende Inszenierung des Klassikers auf der kleinen Bühne der Wiener Kammerspiele auf die (steppenden) Beine zu stellen. Im direkten Vergleich mit der Inszenierung in Klagenfurt gewinnt das Stück durch die Komprimierung auf die Proportionen der Kammerspiele überraschenderweise noch zusätzlich an Profil. Das Bühnenbild
(Amra Bergman-Buchbinder) glänzt mit Opulenz und begeistert mit Details wie loderndem Kaminfeuer und amüsanten Gags wie einem rotleuchtenden
Herz, versteckt auf der Rückseite eines Bushaltestellenschilds. Gleiches gilt für Elisabeth Gressels Kostüme. […]