»The Prom« von der der Musical Academy Tübingen in der Kulturhalle Dusslingen

13. bis 21. Mai 2022

(v.l.): Emma Nolan (Annik Mailänder) und
Alyssa Green (Micaela Steinwand)
Foto: Ingrid Kernbach

Eine wahre Geschichte über eine Highschool in der amerikanischen Provinz inspirierte Bob Martin und Chad Beguelin zum Buch von »The Prom«. Beguelin schrieb auch die Liedtexte, die Musik des Musicals, das 2018 Broadway-Premiere feierte, komponierte Matthew Sklar. 2020 kam die Verfilmung des Musicals bei Netflix heraus (vgl. blickpunkt musical 01/2021).

Das Stück erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens aus Indianapolis, das sich vor dem Abschlussball in der Schule als Lesbe outet. Von nun an wird sie von Mitschülern, Eltern und Lehrern gemoppt und schikaniert.

(v.l.): DeeDee Allen (Céline Schubert), Angie Dickinson (Marie-Christin Baur), Barry Glickman (Konrad Lenhard),
Trent Oliver (Marc Bröckel)
Foto: Ingrid Kernbach

Ihre Geschichte macht Schlagzeilen und wird auch von der mit zwei Tony-Awards ausgezeichneten Dee-Dee Allen und ihrem Kollegen Barry Glickman gelesen. Die beiden sind gerade mit einem Musical gefloppt und beschließen daher, in die Provinz zu fahren, um Emma zu helfen. Dabei wollen sie auch beweisen, dass sie sich für die Probleme anderer interessieren. Zusammen mit Angie Dickinson und Trent Oliver, ebenfalls gescheiterte Musicaldarsteller, platzen sie mitten in eine Elternversammlung der Schule, wo man gerade beschlossen hat, den Abschlussball abzusagen.

Die 4 »Promis« müssen schnell erkennen, dass es in dem konservativen Städtchen keinen Promi-Bonus gibt. Allerdings lernen sie nach und nach auch, sich tatsächlich für das Schicksal von Emma zu interessieren.
So nimmt eine turbulente, trotz des ernsten Themas humorvoll erzählte Geschichte ihren Lauf. Dass sich dabei der »Star« vom Broadway in den Schuldirektor, der sich als ein glühender Fan von Dee-Dee Allen entpuppt, verliebt, ist nur eine kleine Episode. Dass Alyssa aus Angst vor ihrer Mutter sich nicht traut, zu Emma zu stehen, eine andere.

Das Ensemble der Musical Academy Tübingen beim Abschlussball (v.l.): Mrs Greene (Ariana Streissenberger), Barry Glickmann (Konrad Lenhard), Ensemble (Salina Weber), Trent Oliver (Marc Bröckel), Alyssa Greene (Micaela Steinwand), Kaylee (Maya-Malou Ihle), Kevin (Jona Römer), Emma Nolan (Annik Mailänder), Angie Dickinson (Marie-Christin Baur)
Foto: Ingrid Kernbach

Besonders viel Freude machen in der zweiten deutschen Premiere des Musicals mit den Texten von Nico Rabenald durch die Musical Academy Tübingen die großartigen Tanzszenen mit dem gesamten Ensemble, die in der Kulturhalle Dusslingen auf der Bühne Raum finden. Die flotten Choreographien stammen von Musicaldarstellerin und Tanzcoach Sabrina Reichle und wurden von ihr auch einstudiert. Das 13-köpfige mitreißend aufspielende Orchester leitet Jona Kronmüller und die Charaktere arbeitete in seiner Regie Silvester Keller heraus.

»The Prom« wurde in Deutschland bereits im April im ATZE Musiktheater in Berlin aufgeführt (vgl. demnächst blickpunkt musical 03/2022), womit die Berliner Stage Company der Musical Academy Tübingen knapp zuvor gekommen ist.

Mit »The Prom – Der Abschlussball« landen die Tübinger allerdings einen weiteren Treffer, nachdem dort die überarbeitete Broadway-Fassung (2013) des Stephen-Schwartz-Musicals »Pippin« 2019 erstmals in Deutschland zu sehen war. Auch »Rent«, »9to5« und »The Addams Family« konnten die Mitwirkenden der Academy schon aufführen.

Auf der Bühne singen, tanzen und spielen 24 ambitionierte und begeisterte Amateure, von denen einige großes darstellerisches Talent zeigen.
»The Prom« ist nach der Premiere am 13. Mai leider nur noch bis zum 21. Mai in der Kulturhalle Dusslingen zu erleben.