Vladimir Korneev – »LIEDÉЯ«

Ein bewegender Abend in der Bar jeder Vernunft in Berlin

Im Untertitel von Vladimir Korneevs Solo-Programm »LIEDÉЯ« heißt es: »Französische Chansons & russische Romanzen«, und passender kann dieses Programm des gebürtigen Georgiers, der als Kriegsflüchtling im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland kam, kaum beschrieben werden. Den Abend prägten bekannte Chansons von Édith Piaf, Jacques Brel oder Michel Legrand, die auf seelenvolle russische Romanzen von Alla Pugacheva, Alexander Vertinski oder Vladimir Vyssotzki trafen.

Vladimir Korneev (r.) und Liviu Petcu (l.) am Klavier Foto: XAMAX

Vladimir Korneev (r.) und Liviu Petcu (l.) am Klavier
Foto: XAMAX

Auch wenn man der russischen Sprache nicht mächtig war und den französischen Klängen nur mit einem kleinen Wortschatz lauschen konnte, büßten die Lieder nicht an Intensität ein. Alles, was Vladimir Korneev an diesem Freitagabend, den 16. September, mit der gefühlvollen Begleitung von Liviu Petcu auf die Bühne der Bar jeder Vernunft brachte, hatte eine Emotionalität, die das Herz erreichte und zeigte, dass Musik eine ganz eigene Sprache ist.

 

Die Chansons wie ›Padam, Padam‹, ›Je suis malade‹ oder ›Milord‹ waren voller Leidenschaft und wurden zum Teil in Verbindung mit jazzigen Interpretationen gebracht. Dieser Abend führte einen nicht wie sonst in leichtfüßiger Weise in eine andere Welt, er schaffte es auf ergreifende Art und Weise. Die Chanson-Interpretationen des Sängers und Schauspielers Vladimir Korneev waren voller Liebe und auch Leben; und durch Titel wie ›Quiet Love‹ in englischer Sprache, im Original von Charles Aznavour, schaffte er es auch, mit seinem Körper zu sprechen.

Vladimir Korneev wusste sein Publikum auch zu unterhalten Foto: XAMAX

Vladimir Korneev wusste sein Publikum auch zu unterhalten
Foto: XAMAX

In Verbindung mit zwei seiner eigenen Songs – ›Spiel nicht mit mir‹, womit er im Jahr 2011 den 2. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang in der Kategorie Chanson gewann, und ›Ausgezogen‹ – schaffte er es auch in deutscher Sprache, durch schnelle Situationswechsel das Publikum zum Schmunzeln zu bringen, stimmte aber auch nachdenklich.

Russische Klassiker wie ›Dorogoj dlinnoju‹ oder ›Kalinka‹ bekamen durch Korneevs Interpretationen einen ganz eigenen, neuen Touch. Besonders schön war der Titel ›Tolko Raz‹ in Verbindung mit Beethovens ›Mondscheinsonate‹ als Klavierbegleitung von Liviu Petcu.

Dieser Abend voller »LIEDÉЯ« war ein Besonderer, der ans Herz ging.

 

 

Vom 22. – 25. September ist das Konzert noch einmal in der Bar jeder Vernunft in Berlin zu erleben.

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