»Das Phantom der Oper« ist Musicalhandwerk in Perfektion – Max Niemeyer im Gespräch

Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

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Max Niemeyer wurde in Verden an der Aller geboren, begann im Alter von 15 Jahren eine professionelle Gesangsausbildung bei Marianne Spiecker-Henke und Heribert Langosz und absolvierte anschließend seine Ausbildung an der Stage School of Music, Dance and Drama in Hamburg.
Bei der deutschen Erstaufführung von »Mozart!« in Hamburg war er als Swing dabei. In den nächsten Jahren folgten Engagements in »Tanz der Vampire« in Hamburg (u. a. auch als alternierender Alfred), bei den Uraufführung von »Rebecca« und »Rudolf – Affaire Mayerling« und in der Jubiläumsfassung von »Elisabeth« in Wien. Nun spielt er, nachdem er bereits in Hamburg zur Jubiläumsbesetzung von »Das Phantom der Oper« gehörte, als Erstbesetzung die Rolle des Raoul Vicomte de Chagny im Stage Metronom Theater am CentrO Oberhausen.

United Musicals: Wie ist für Sie der Wechsel ins Ruhrgebiet? Ist es das erste Mal, dass Sie hier arbeiten?

Max Niemeyer: Ich war bisher nur auf Tour in einigen kleinen Städten im Ruhrgebiet und es ist das erste Mal, dass ich wirklich hier wohne. Bisher hatte ich nur zwei Montage hier und habe Essen ein bisschen kennengelernt und war bei Ikea – aber der ist natürlich überall gleich. (lacht) Was ich bisher gesehen habe, gefällt mir gut. Wenn man Leuten erzählt, ich habe einen Job in Oberhausen, dann prophezeien diese einem den Kulturschock – von Hamburg nach Oberhausen –, aber ich mag es, neue Gegenden und Menschen kennenzulernen. Ich freue mich auf das Ruhrgebiet!

UM: Wie war der erste Kontakt mit »Das Phantom der Oper« für Sie? Was bedeutet es für Sie, die Rolle des Raoul zu spielen?

MN: »Das Phantom der Oper« war das erste Musical überhaupt, das ich gesehen habe, und das mich inspiriert hat, mich in Gesang, Tanz und Schauspiel ausbilden zu lassen. Ich habe es selbst schon sehr häufig gesehen, in London und auch New York. Im letzten Jahr war ich bereits als Swing in Hamburg dabei. Interessant finde ich, dass es trotzdem wieder etwas anders ist, jetzt als Raoul daran zu arbeiten. Mir wird gesagt: »Probier doch mal das aus?« Die Kreativen machen das ja schon seit Jahren und wissen genau, worauf sie achten müssen. Da bekomme ich wichtige Infos, wie die Rolle funktioniert.

UM: Man hört immer wieder, dass die Lieder von Andrew Lloyd Webber im »Phantom« besonders schwer geschrieben sind. Inwiefern bedeutet die Rolle für Sie eine Herausforderung?

MN: Die Lieder sind vor allem sehr präzise und clever geschrieben. Das heißt, sie funktionieren und klingen rund, wenn man genau das singt, was dasteht. Deshalb ist es ganz klar eine Herausforderung. Sie sind jetzt nicht extrem hoch angelegt, sondern knifflig, aber sehr schön geschrieben.

UM: Die körperlichen Herausforderungen werden sich dann wohl erst bei den Proben zeigen.

MN: Respekt habe ich vor allem vor dem Sprung ins Wasser.

UM: Dass der Sprung durch die Falle nach unten ein Angstpunkt ist, haben uns auch schon andere Darsteller in Ihrer Rolle gesagt.

MN: Ja, ich habe in Hamburg schon dabei zugesehen und gedacht, okay, man sieht nicht viel: Das wird spannend, da runter zu springen.

UM: Was denken Sie, ist das Besondere an dem Stück, dass es nach so viel Jahren immer wieder aufgeführt wird und sein Publikum findet?

MN: »Das Phantom der Oper« ist Musicalhandwerk in Perfektion. Die Musik stimmt, das Buch ist gut geschrieben. Und dann das Set – wenn man reinkommt und das sieht, denkt man unwillkürlich: »Wow!« So geht es mir jedes Mal, wenn ich es sehe. Dann kommt die Sache mit dem Kronleuchter – das ist Theatermagie. Auch wenn technisch heutzutage mehr geht, funktioniert es einfach unheimlich gut. Es wirkt, als ob es gestern Premiere gehabt hätte. Auch in London wird die Show immer frisch gehalten, als ob sie gerade erst auf die Bühne gebracht worden wäre. Das finde ich faszinierend.

UM: Vielen Dank und viel Freude beim Proben und der Premiere am 12. November 2015 in Oberhausen.

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