»Dass ich unheimliches Glück hatte«

Uwe Kröger im Interview zu seinem 50. Geburtstag und der Jubiläumstournee mit Pia Douwes

Sie werden am 4. Dezember 2014 50 Jahre alt. Runde Geburtstage sind ein Anlass, auf das bisherige Leben zurückzuschauen? Welches sind Ihre Gedanken dabei?

Uwe Kröger: Dass ich unheimliches Glück hatte, ich glaube, ich bin wirklich ein Sonnenkind. Denn es ist eine Ehre, ein Genuss und ein großes Geschenk, etwas gefunden zu haben, das einem Spaß macht und dieses Hobby dann auch beruflich ausüben zu dürfen und das über eine so lange Zeit. Wenn ich zurückblicke, habe ich so viele tolle Sachen machen dürfen und dabei interessante Leute kennengelernt. Aber wie bei allem in meinem Leben habe ich mich nie verkrampft an etwas festgehalten, sondern habe alles geschehen lassen, was kam. Rückblickend ist das einfach eine wahnsinnig schöne, spannende Zeit gewesen.

Uwe Kröger. Foto: Sabine Hauswirth

Uwe Kröger. Foto: Sabine Hauswirth

Hätten Sie einen Wunsch für ein Geburtstagsgeschenk? Womit könnte man Sie überraschen.

Uwe Kröger: Zeit – mich in so einer Zeitblase irgendwohin zu schicken, ohne dass ich das Gefühl habe, ich muss etwas machen, wäre das größte Geschenk. Womit man mich überraschen könnte? Ich möchte einmal an einer Bar sitzen mit Bette Midler. Das wird nicht in Erfüllung gehen, aber man muss ja auch nach den Sternen greifen dürfen.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern?

Uwe Kröger: Ich bin vor einem Jahr von meinem Manager ein bisschen überrumpelt worden, der gesagt hat: »Uwe, es gibt zwei Möglichkeiten, entweder wir tun so, als wenn er nicht stattfindet, oder wir machen eine große Party.« Ich habe »Okay« zu der Party gesagt. Es wird in der Wiener Stadthalle eine große Geburtstagsgala geben – ich kann noch nicht mal sagen, dass ich sie gebe, weil ich gar nicht weiß, was alles stattfindet. Das ist schwer, weil ich neugierig bin und wissen möchte, wer da kommt, was da passiert – ich bin ein Kontroll-Freak.

Wie war Ihr Weg auf die Bühne?

Uwe Kröger: Ich komme aus einer Gegend, wo man etwas Handfestes lernen musste. Kunst war ein Hobby, kein Beruf. Ich habe schon früh gesungen und mit fünfzehn eine Band gegründet. Während meines Zivildienstes in einem Institut für Jugendpsychiatrie bin ich angesprochen und als Sänger für den Musicalabend einer Theatergruppe engagiert worden. Da habe ich erstmals Blut geleckt. Die damalige Leiterin der Theatergruppe hat mich dann auf eine Aufnahmeprüfung für einen in Berlin eingeführten Studiengang Musical hingewiesen, bei dem ich als einer von 600 Bewerbern angenommen wurde. Da ich mir mein Studium finanzieren musste, hatte ich früh erste Jobs und habe bald für mich festgestellt: Ich lerne am besten »learning by doing«.

2015 gehen Sie gemeinsam auf Tournee. Es ist eine Jubiläumstour aus Anlass Ihrer beiden runden Geburtstage. Wird es deshalb in der Show etwas Besonderes zum Thema Geburtstag geben?

Pia Douwes: Das Motto unserer Tournee ist schon mal lustig: »100 Jahre Musical«. Wir finden es großartig und lachen immer darüber. Das größte Geschenk für mich ist, dass wir beide wieder auf Tournee sind. Ich glaube, das wird jetzt eine Tradition.

Pia Douwes und Uwe Kröger mit Motto-Torte. Foto: Sabine Hauswirth

Pia Douwes und Uwe Kröger mit Motto-Torte. Foto: Sabine Hauswirth

Uwe Kröger: Wichtig ist, es gibt uns beide wieder pur auf der Bühne. Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst und unser Alter nicht so wichtig. Ich denke, wir werden eine Lanze brechen für alle, die fünfzig geworden sind, dass sie dazu stehen sollen. Wir zeigen, dass es selbst im Musical-Bereich möglich ist, älter zu werden. Wir werden genießen, dass wir mit einem solch großen Konzert auf Tournee sein dürfen und wieder zusammen auf der Bühne zu sein. Denn das ist ein großes Geschenk, welches wir teilen dürfen. Ich glaube, das ist das Schöne daran, wenn man älter wird und auf eine lange Zeit zurückblickt.

Können Sie schon etwas zum Repertoire sagen, auf was man sich besonders freuen kann?

Uwe Kröger: Letztendlich gibt es Pia und Uwe privat, pur, mit Musik. Dazu die Herwig-Gratzer-Band und »Gudrun« mit auf der Bühne. Das Konzert ist wie ein Überraschungspaket, das wir dann langsam auspacken. Lehnt Euch zurück oder sitzt auf der Kante des Sitzes und freut euch drauf, was dann kommt …

Wo war Ihre erste Begegnung, wie haben Sie beiden sich kennengelernt?

Uwe Kröger: Das war 1989 in einem Lokal in Wien. Als ich Pia das erste Mal sah, dachte ich: Mein Gott, das ist die Julia Roberts.

Pia Douwes: Ich habe Uwe das erste Mal so richtig wahrgenommen bei »Les Misérables« auf der Bühne und war wahnsinnig beeindruckt von der Magie, die er auf der Bühne hat.

Was bedeutet in Ihrem Leben Pia Douwes / Uwe Kröger?

Uwe Kröger: Pia ist für mich immer der Ansporn, mich zu verbessern. Letztendlich bleiben die Leute an dir hängen und du an denen, die für dich bestimmt sind.

Pia Douwes: Uwe ist einer der loyalsten Freunde, die ich kenne. Bei ihm kann ich mich fallen lassen und weiß, ich werde aufgehoben und getragen.

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