Preisträgerkonzert Bundeswettbewerb Gesang 2013

Mit einer beeindruckenden Teilnehmeranzahl von insgesamt 175 jungen, talentierten Sängerinnen und Sängern im Alter von 17 bis 28 Jahren starteten die Vorauswahlen für den diesjährigen 42. Bundeswettbewerb Gesang.

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Alle Preisträger. Foto: Mattias Heyde

In Halle, Darmstadt, Hagen, Hamburg, München, Berlin und Osnabrück wurden unter dieser großen Anzahl von Teilnehmern schließlich 84 Talente von der fachkündigen Jury ausgewählt, um an den vom 25. bis 29. November im Konzertsaal der UdK stattfinden Finalrunden teilzunehmen. Auch in diesem Jahr bestand die Jury aus einer Vierzahl an erfolgreichen Komponisten, Regisseuren und Autoren, erfahrenen Darstellern, Choreographen und Branchenexperten. Den Vorsitz der Jury in den Finalrunden hatte in diesem Jahr die Sängerin, Schauspielerin und Songschreiberin Katharine Mehrling.

Katharine Mehrling mit dem regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. Foto:  Matthias Heyde

Katharine Mehrling mit dem regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. Foto: Matthias Heyde

Wie in jedem Jahr mussten die Teilnehmer ein 45-minütiges Programm erarbeiten, um die Jury zu überzeugen. In diesem Jahr gelang dies Maria-Danaé Bansen und Christophe Vetter am eindrucksvollsten. Sie gewann den 1. Preis Musical des regierenden Bürgermeisters von Berlin, er den 1. Preis Chanson des regierenden Bürgermeisters von Berlin. Diese Beiden und alle anderen Preisträger konnten im Rahmen des Preisträgerkonzertes im Berliner Friedrichstadt-Palast auch dem öffentlichen Publikum ihr Können näher bringen.

Eröffnet wurde der Abend von Michael Dixon – Professor für Gesang an der UdK Berlin und Jurymitglied der Vorauswahl-Runden in Halle und Osnabrück – der dem Publikum mitteilte, dass die Moderation an diesem Abend nicht von Schauspieler Dominique Horwitz übernommen werden würde, da dieser erkrankt sei, sondern vom Allroundtalent Katharine Mehrling, welche erst am Morgen von diesem spontanen Moderationseinsatz erfahren hatte, wie sie später erzählte.

Mit Komödie heut‘ Nacht aus Stephen Sondheims ‚Zustände wie im alten Rom‘ wurde das Programm von den 18 Preisträgern eröffnet und zeigte vom ersten Moment an, dass dieser Abend einiges zu bieten haben würde: Nach einer kurzen Moderation von Katharine Mehrling, in der sie einiges Unterhaltsame aus den Vorauswahlrunden des Bundeswettbewerbes zu berichten hatte, folgte die Preisträgerin des Förderpreises der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Devi-Ananda Dahm.

Mit ihrer Darbietung des Songs Ich will mehr aus dem Musical ‚Lestat‘, in dem das Waisenkind Claudia – vom Vampir Lestat zu einer Vampirin gemacht – von seinem Durst nach Blut singt, gelingt es ihr, mit außergewöhnlicher Spielfreude und animalisch anmutendem Spiel, trotz ihren jungen Jahren, eine beeindruckende Leistung zu zeigen.

Ihr folgte das Kontrastprogramm von Moritz Schulze, der mit dem Titel Sex von Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn, in seiner eleganten Art, die Luft zum Knistern brachte und sich mit dieser Darbietung den Preis des Musik-Kabarett-Duos ‚Ass-Dur‘ sichern konnte.

Mit Sina Prouzi – Gewinnern des Förderpreises der Walter und Charlotte Hamel Stiftung – folgten stille und dramatische Gänsehaut-Momente mit Your Daddy’s Son aus ‚Ragtime‘ mit Musik von Stephen Flaherty und Liedtext von Lynn Ahrens. Student der UdK Berlin und Preisträger des 3. Förderpreises der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Jan Philipp Rekeszus, überzeugte anschließend mit der lebendigen Gesangs- und Schauspielleistung I Got Life aus ‚Hair‘.

Der charmanten Anmoderation von Katharine Mehrling, in der sie bereits die sprachliche Besonderheit des nächsten Songs ankündigte, folgte Paula Skorupas – 2. Förderpreis der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin – Darbietung des Titels Toothbrush von Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn in breitem sächsischem Dialekt. Sie brachte das Publikum zum Lachen und überzeugte mit ihrer Ernsthaftigkeit in diesem doch sehr eigenwilligen Song.

Ihr folgte Nedime Ince, Gewinnerin des Walter-Jurmann-Chansonpreises, die mittels Friedrich Hollaenders Wenn ich mir was wünschen dürfte, durch eine eigene Textcollage zum Nachdenken anregte und mit ihrem warmen Mezzo-Sopran bewegte.

Den 1. Förderpreis eines Jahresstipendiums der Günter-Neumann-Stiftung erhielt Philipp Büttner mit seinem abwechslungsreichem Programm: Erst überzeugte er mit Marry Me a Little aus Stephen Sondheims ‚Company‘, in dem er besonders sein Spieltalent zeigen konnte. Dem folgte eine starke, beinahe elektrisierende Darbietung des Songs Sex Is in the Heel aus Cindy Laupers Broadwayerfolg ‚Kinky Boots‘. Inklusive der roten, glitzernden High Heels beeindruckte Philipp Büttner nicht nur auf den hohen Haken, sondern auch mit seiner die gleichen Höhen erreichenden Stimme und einer anziehenden Körperlichkeit.

Den 2. Preis Musical der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gewann der in Fulda geborene Andreas Langsch. Im Friedrichstadt-Palast lieferte er mit Guten Abend von Bodo Wartke den lustigsten Titel des Abends, sich selbst am Klavier begleitend, und konnte nicht nur mit Talent für Comedy, sondern auch mit Stepptanz, Singen und Klavierspielen sein Können als „Multitaskler“ unter Beweis stellen.

Den Preis des deutschen Bühnenvereins für die beste Darstellung einer Musicalszene gewann Peter Schmid mit seiner Interpretation von Wär‘ die Welt perfekt aus ‚Die letzten fünf Jahre‘ von Jason Robert Brown. Seine Art, diese Szene zu „erzählen“ und sie swingend zu singen, konnte diesem Musical mehr als gerecht werden.

Christophe Vetter, der den 1. Preis Chanson des regierenden Bürgermeisters von Berlin gewann, präsentierte mit Hotel Mama von Reinald Grebe und dem französischen Chanson ‚Nantes‘ von Barbara sein vielseitiges Können – sowohl im Spiel als auch gesanglich mit warmem Bariton.

Ihm folgte die Preisträgerin des 1. Preises Musical des regierenden Bürgermeisters von Berlin, Maria-Danaé Bansen. Mit der Interpretation von Fame mit eigens geschriebenem Text, konnte sie ihre angenehm leichte Stimme zeigen und schwungvoll, mit zahlreichen Pirouetten, endend in einem Spagat, ihr tänzerisches Können. Ihre Darbietung des zweiten Songs Stepp die Sorgen davon aus ‚Mack & Mabel‘ machte dem Titel alle Ehre.

Zum Abschluss des Abends stimmten alle Preisträger Johannes Oerdings Für immer ab jetzt an und kaum ein Satz hätte es passender zusammenfassen können: „Und die Zeit steht still, weil ich diesen Moment für immer behalten will.“

Ein Preisträgerkonzert voll so viel Talent, dass die Branche sich keine Sorge um talentierte Nachwuchskünstler machen muss.

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